Vignetten um die Menschen, die sich (meist) im Cafe Royal in Mailand begegnen ¿ eher flach
Der Roman oder die Vignetten zeichnen ein Gesellschaftsbild um ein Cafe in der Straße Via Marghera in Mailand. Ich mag Romane, in denen sie ein Bild aus Vignetten ergibt. Wir begegnen einzelnen Menschen mit unterschiedlichen Stimmen und Perspektiven, aus denen sich langsam ein Bild ergibt. Der Roman ist unmittelbar nach den Covid Lockdowns angesiedelt. Auf dem Klappentext steht, dass alles geschlossen ist und man sich langsam wieder aneinander annähert. Das fand ich spannend. Bei der Lektüre des Romans finde ich jedoch den Lockdown-zuerst einsam-dann wieder zusammen-Aspekt eher vernachlässigbar. Wenn man die Covid-Passagen weglässt, könnte der Roman auch zu jeder anderen Zeit spielen. Die Charaktere und ihre Beziehungen waren ganz interessant, aber doch alle relativ flach, vieles lief auf sexuelle Beziehungen heraus. Alles in allem bin ich eher enttäuscht, ich hatte viel mehr erwartet. Aber vielleicht liegt es an der Übersetzung? Oder ich kenne Italien nicht gut genug, um Subtiles zu erkennen? Der Roman und ich haben jedenfalls nicht wirklich zueinander gefunden.