Wir befinden uns im Jahr 1959 in Wiesbaden und genießen einen Königskuchen, von Cousine Luisa gebacken, und eine gute und starke Tasse Kaffee ganz nach Oma Elses Geschmack. Das Traditionskaffeehaus Engel, gegenüber vom Staatstheater Wiesbaden und nach wie vor bei den Künstlern beliebt, befindet sich im Wandel. Hilde führt nun resolut und engagiert das Familienunternehmen und möchte einige Neuerungen einführen. Ihre Pläne jedoch kollidieren immer öfter mit den Ansichten von Else und Heinz, die alles so weiterführen wollen wie bisher und sich gegen jede Modernisierung wehren. So darf der Leser mal wieder an temperamentvollen Auseinandersetzungen teilhaben. Doch Hilde setzt sich durch und stellt einen neuen Konditor an, der die Gäste mit seinen einfallsreichen Kreationen überrascht, denn Hildes Backversuche waren so naja.... Doch sein Erscheinen löst bei Jean-Jaques ein wenig Eifersucht aus was Hilde überhaupt nicht nachvollziehen kann, denn schließlich verbringt doch Jean-Jaques die meiste Zeit auf seinem Weingut, auf dem ihm seine hübsche junge Schwägerin Simone hilft und nun ziehen mehr als dunkle Wolken am Ehehimmel auf.
Doch bei Luisa und Fritz sieht es gerade nicht rosig aus, denn Fritz scheint vor Luisa ein Geheimnis zu verbergen. Wilhelm sehnt sich weiterhin nach seiner für ihn unerreichbaren großen Liebe und Julia muss endgültig Abschied von ihrem allerbesten Freund nehmen. Mit ihm geht eine Ära zu Ende. Bei August und Swetlana sieht es zwar materiell gut aus, doch Swetlana tut sich schwer ihren heranwachsenden Sohn Mischa loszulassen, der so ziemlich alle Teenagerallüren auslebt, die damals möglich waren und der sich nach seinem leiblichen Vater sehnt. Ein Brief scheint Licht in das Dunkel zu bringen, doch unvermittelt ziehen die Wolken der Dritten Reichs wieder auf....
Auch in diesem dritten Teil war es wieder herrlich am Leben der Familie Koch im Cafe Engel teilzuhaben und mit ihnen die Höhen und Tiefen der Aufbaujahre mitzuerleben. Marie Lamballe gelingt es sehr gut, die aufstrebende Nachkriegszeit lebendig werden zu lassen, das Aufbauen und nach vorne schauen, ja nicht zurück und schon gar nicht darüber reden. Ein Trauma, unter dem noch heute die Nachkriegskinder leiden. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und freue mich schon auf den nächsten Band..