Konflikt zwischen Liebe, Gesetz und Moral sehr gut überliefert
Spoilerfrei InhaltIn der Armee von Eldeya sind Beziehungen zwischen Reitern und Drachenwandlern streng verboten. Zuwiderhandlungen werden mit dem Tod bestraft. Doch als Captain Yessa Hayes ein neuer Drache zugeteilt wird, ist ihr sofort klar, dass es schwer wird, diese Regel zu befolgen. Cassim übt eine ungeahnte Anziehungskraft auf sie aus. Und je mehr sie hinter seine verschlossene, misstrauische Fassade blickt, desto heftiger wird das verbotene Knistern zwischen ihnen. Yessa kämpft mit aller Macht gegen ihre wachsenden Gefühle an, denn schon ein falscher Blick könnte ihr Schicksal besiegeln. Nur ahnt sie nicht, dass die größte Gefahr für ihr Leben von Cassim selbst ausgeht ... HandlungKlingt vielleicht erst einmal ein bisschen seltsam: Aber in dem Buch ist nicht so viel passiert. Und das ist nicht negativ. Der Konflikt, der sich ganz zu Anfang ereignet und sowohl Yessas und Cassims Leben für immer verändert, zieht sich über das gesamte Buch. Er wird nicht abgeschlossen, die Charaktere befassen sich hauptsächlich mit jenem Unglück, dass sie beide ereilte und daraus zweigen sich mehrere kleine Handlungsstränge ab, die sich anschließend wieder zusammenfügen. Dadurch fühlt sich die Geschichte tatsächlich sehr kurzweilig an. Sie ist auch nicht zu schnell beschrieben. Die Autorin lässt sich Zeit mit der Erforschung jeweiliger Thematiken und auch Gefühle. Eine gewisse Spannung zieht sich ebenfalls über das gesamte Buch und lässt seinen Strang nicht locker werden. Ganz am Ende schlägt ein Plottwist in die Handlung, gerade, als sie dabei war, sich etwas mehr zu beruhigen. Und dieser Plottwist (kommt vielleicht etwas zu überraschend? erzwungen?) lässt mich definitiv für den nächsten Band warten.CharaktereYessa, die weibliche Protagonistin, war sehr realistisch. Sie ist eine privilegierte Frau, die aber wegen familiären Umständen erkannte, dass dieses Privileg auf Ungerechtigkeit aufbaut und ihre Geliebten darunter leiden. Das kann sie natürlich nicht akzeptieren und plant eine Revolution (eine friedliche, die leider sehr naiv von ihr ist, aber authentisch zu ihrem Charakter). Dass sie trotzdem wegen ihres privilegierten Lebens vorurteilhaftes, egoistisches Denken besitzt, macht sie nur noch viel realistischer als eine Person, die durch die Gesellschaft manipuliert wird, ohne es dabei zu merken, und obwohl es vielleicht gar nicht ihre idealistische Denkweise ist. Und diese Denkweise wird von Cassim noch einmal aufgefrischt. Denn er macht sie immer wieder darauf aufmerksam (und Yessa, das vernünftige Mädchen, reflektiert sogar seine Beschwerden und schafft, sich selbst kritisch zu betrachten und zu ändern). Er traut ihr nicht, denn seine Vergangenheit ist von Gewalt und Unterdrückung geprägt. Seine Ziele sind vollkommen ich-bezogen. Er bleibt misstrauisch, obwohl seine Gefühle zu Yessa mit der Zeit schneller und höher wachsen. Beide Charaktere sind sehr realistisch im Kontext zu der Gesellschaft geschrieben, in der sie leben. Keinen der beiden kann ich verurteilen über ihre Handlungsweisen. Ich freue mich schon auf die nächsten Bücher, wo auf die internen Konflikte der zwei noch (hoffentlich) tiefer eingegangen wird. Abschlussgedanke Das Buch war echt gut. Das habe ich tatsächlich nicht erwartet. Der gesellschaftliche Konflikt ist sehr gut umgesetzt worden. Diese Welt zeigt auch ziemlich viele Parallelen zu unserer. Eine derartige Gesellschaftskritik habe ich so in einem Romantasybuch noch nicht erlebt und muss es sehr loben! Leider hat sich der erste Band wirklich wie ein erster Band angefühlt. Die Einführung in die Geschichte. Ein eher langsamer Einstieg. Wäre das Buch doppelt so lang, mit einem zweiten Handlungsverlauf, der alles noch ein bisschen schneller in die Gänge gebracht hätte, wären es fünf und fünf Sternen geworden.