Ich und Kohrynea - Eine Liebe in fünf Akten (oder besser gesagt Monaten).
Üblicherweise inhaliere ich Bücher und lese sie relativ zügig weg . Hier passierte das Gegenteil, ist aber ein Qualitatsmerkmal!
Ich habe extra nachgeschaut, bei Reado ist vermerkt, dass ich 155 Tage für dieses Buch gebraucht habe.
Schon nach den ersten Seiten war mir klar, das wird ein Highlight! Aber auch ein Buch, dass meinen Kopf fordert, um der Geschichte gerecht zu werden. Dieses Buch ist nicht für zwischendurch und ich liebe alles daran!
Wann habt ihr das letzte Mal ein Buch gelesen, dass ihr nicht nur als Film oder Serie wollt, sondern direkt einfach als Game? Diese Welt hätte genau dieses Potenzial und ich würde sie so gern virtuell erkunden
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten abzutauchen, was sowohl daran liegt, dass ich es nicht mehr gewohnt war in der Erzählerperspektive zu lesen, als auch an der Orientierung der Namen und Orte (an dieser Stelle sei schon erwahnt, die Karte ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern auch vollstandig! Es wird ein Ortsname erwähnt? Kein Problem, findest du auf der Karte Man muss sich drauf einlassen und wird mit einem echten Geheimtipp für epische Dark High Fantasy belohnt. Wir begleiten Gynh, einen der letzten Former (Magiewirkende) auf seiner Reise über den Kontinent, auf der Suche nach den anderen Formern. Sein Ziel? Die Magie aus der Welt zu verbannen, da das Nutzen eben jeder Daimonen in die Welt kommen lassen kann.
Zusammen mit seiner Begleiterin Ogaya und weiteren Gefährten muss er sich dabei auch immer wieder selbst in Frage stellen und wird mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen in Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert.
Mit unglaublich viel Liebe zum Detail wird man in eine Welt gezogen, die die Herzen aller Witcher oder Skyrim Fans höher schlagen lässt. Düster, bildgewaltig, brutal und schonungslos erfährt man nach und nach mehr über die Abgründe die in der Welt lauern. Gleichzeitig gibt es Momente, die ans Herz gehen und dafür sorgen, dass man ins Grübeln kommt. Zusätzliche Tiefe gewinnt nicht nur die Geschichte, sondern auch die von Marius erschaffene Welt durch die Rückblicke in Gynhs Vergangenheit, die so manche seiner Handlungen plötzlich in einem anderen Licht dastehen lassen, sondern auch die Details zwischen den Kapiteln. Briefe, Auszüge aus Büchern zu jedem Thema und Volkssagen und Lieder machen das ganze nur noch lebendiger.
Nach einem wirklich gottlosen Cliffhanger fiebere ich sehr dem Ende des Jahres entgegen, da ich ich unbedingt wissen muss, wie es weitergeht