Mark Twain: Meine Autobiographie entfaltet kein konventionelles Lebensprotokoll, sondern ein bewusst mäanderndes Selbstporträt, in dem Erinnerung, Anekdote, Satire und kulturkritische Beobachtung ineinandergreifen. Twain ordnet sein Leben nicht streng chronologisch; er folgt der Logik des Gesprächs und der Assoziation. Dadurch entsteht ein literarisches Dokument der amerikanischen Moderne vor ihrer Zeit: zugleich Memoirenwerk, Gesellschaftspanorama und ironische Poetik des eigenen Ruhms. Samuel Langhorne Clemens, der als Mark Twain weltberühmt wurde, schöpfte aus Erfahrungen als Drucker, Lotse auf dem Mississippi, Journalist, Reisender und öffentlicher Redner. Diese wechselvolle Biographie erklärt die Spannweite des Buches: die Nähe zur Alltagssprache, das Misstrauen gegenüber Autoritäten, die genaue Beobachtung sozialer Heuchelei. Auch persönliche Verluste und späte Desillusionierungen verleihen den Erinnerungen eine melancholische Schärfe. Empfohlen sei dieses Werk allen, die Twain nicht nur als Humoristen, sondern als großen Analytiker von Sprache, Macht und Selbstinszenierung verstehen möchten. Die Autobiographie bietet keinen glatten Lebenslauf, sondern eine intellektuell bewegliche Begegnung mit einem Autor, der sein eigenes Ich ebenso skeptisch prüft wie seine Epoche.