¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿ ¿¿?Ein Leichnam in einem Baumhaus, verstümmelt und ohne Hände. Eine Tote in der Badewanne, ein Mordfall im Auto. Am Tatort hinterlässt der Killer stets dieselbe grauenvolle Visitenkarte: einen süßen Lebkuchenmann mit einem breiten Grinsen. Nichts verbindet die Opfer, bis auf dem Dachboden eines ermordeten Malers das Bildnis einer geheimnisvollen, maskierten Frau auftaucht, auf deren Hand eine Eule hockt. Um zu begreifen, was in den Köpfen von Opfer und Täter vorging, taucht die neue Kriminalpsychologin Carlotta Weiss mental so tief in den Fall ein, dass sie sich selbst optisch in die geheimnisvolle Eulenfrau verwandelt und undercover in ein zwielichtiges Etablissement abtaucht. Ein hochgefährliches Experiment, bei dem sie dem Täter gefährlich nahe kommt.¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿:¿ Atmosphärischer Schreibstil: Max Bentow schreibt unglaublich bildhaft und schafft von Anfang an eine düstere, beklemmende Stimmung. Man hat beim Lesen ständig das Gefühl, dass etwas Bedrohliches in der Luft liegt.¿ Eine außergewöhnliche Ermittlerin: Carlotta Weiss ist definitiv keine gewöhnliche Profilerin. Fast schon meditativ taucht sie tief in die Szenen ein, kriecht förmlich in die Köpfe von Opfern und Tätern und spürt nach, was in den dunkelsten Momenten passiert sein muss. Diese emotionale, hochgradig intuitive Herangehensweise ist erfrischend anders, und macht auf jeden Fall Lust, ihr bei weiteren Fällen über die Schulter schauen zu wollen.¿ Spannender Perspektivwechsel: Besonders gut gefallen hat mir, dass wir nicht nur Carlotta und Nils begleiten, sondern auch Einblicke in die Sicht künftiger Opfer, Angehöriger, Zeugen und des Täters bekommen. Gerade die Rückblenden aus seiner Kindheit sorgen dafür, dass man sich immer wieder fragt, wie all diese Puzzleteile zusammengehören.¿ Hohes Erzähltempo: Die Geschichte ist größtenteils temporeich, schnell getaktet und voller Ereignisse. Es passiert ständig etwas, wodurch der Thriller trotz seiner fast 500 Seiten über weite Strecken einen starken Lesesog entwickelt.¿ Auch für Bentow-Quereinsteiger geeignet: Obwohl ich vorher noch kein einziges Buch von Max Bentow gelesen habe, und die frühere Nils-Trojan-Reihe nicht kenne, konnte ich der Geschichte problemlos folgen.¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿:¿ Verwirrender Einstieg: Zu Beginn wird man direkt in mehrere Einzelgeschichten und Perspektiven hineingeworfen. Die Morde stehen zunächst weitgehend für sich, sodass die Zusammenhänge lange nicht erkennbar sind und ich mich immer wieder neu orientieren musste. Sobald sich die ersten Verbindungen zeigen, wird es deutlich spannender, aber der Einstieg verlangt definitiv etwas mehr Aufmerksamkeit.¿ Kleine Längen im Mittelteil: Für mich hat sich die Geschichte in der Mitte stellenweise etwas gezogen. Das extrem hohe Tempo vom Auftakt bricht hier kurz ein und die Handlung zieht sich stellenweise, bevor das Finale wieder voll aufdreht.¿¿¿¿¿:"Eulenschrei" ist eine klare Empfehlung für alle, die düstere und atmosphärische Psychothriller lieben. Das Buch lässt sich völlig ohne Vorkenntnisse lesen, da es durch den Einstieg der neuen Kriminalpsychologin Carlotta Weiss an Nils Trojans Seite im Grunde wie ein frischer Neuanfang funktioniert. Ich habe vorher noch kein einziges Buch von Max Bentow gelesen und bin trotzdem problemlos in die Handlung hineingekommen. Trotz des etwas verwirrenden Starts und kleinerer Längen im Mittelteil ein rundum gelungener Thriller.