Ein Hund, der plötzlich aggressiv reagiert, ist nicht automatisch ein Trainingsfall. Er kann Schmerzen haben, schlechter sehen, schlechter hören oder unter einer Erkrankung leiden, die niemand vermutet hat. Dieses Buch behandelt die Frage, die im Hundetraining zu selten gestellt wird: Was, wenn der Körper die Erklärung ist?
Michael Sauerwein führt durch die körperlichen Faktoren, die Verhalten verändern - Schmerz, Sinnesleistungen, Alter und Gehirn, Hormone, Medikamente, Darm und Ernährung. Für jeden Bereich klärt er, was belegt ist, was plausibel ist und was schlicht behauptet wird.
Im Zentrum steht die berufsrechtliche Grenze: Ein Hundetrainer diagnostiziert nicht. Er verdächtigt, dokumentiert und übergibt. Das Buch zeigt, wo diese Linie genau verläuft, warum sie im Alltag verrutscht und wie eine Beobachtung so festgehalten wird, dass sie in der Tierarztpraxis tatsächlich ankommt.
Ein eigenes Kapitel widmet sich einem Denkfehler, der die ganze Branche betrifft: Verbesserung beweist keine Erklärung. Regression zur Mitte, natürliche Schwankung und Erwartungseffekte erklären viele Erfolge, die später einer Methode zugeschrieben werden.
Der Anhang enthält Arbeitsmaterial für die Praxis - Beobachtungsbögen, Fragenkatalog für die Anamnese und Vorlagen für den Bericht an die Tierarztpraxis.
Für Hundetrainerinnen und Hundetrainer, für Verhaltensberatung und Tierphysiotherapie und für alle, die an der Schnittstelle zwischen Training und Tiermedizin arbeiten.