wunderschöne Geschichte in den Bergen
Teil: Die GabeTeil: Die KinderTeil: Die FrauenIch kann gar nicht sagen, wann ich das letzte Mal 1.200 Seiten so schnell durchgelesen habe. Aber die Autorin, Mignon Kleinbeck, macht es einem mit ihrer wunderschönen Geschichte einfach (bzw. schwer, da kaum möglich, aus der Hand zu legen).Die gesamte Geschichte spielt an realen Plätzen im Pongau, im Bergdorf Forstau. Es ist alles so real geschrieben, dass man das Dorf und die Umgebung vor Augen sieht.Teil IOberhalb von Forstau bringt Marie am Neujahrstag 1940 Anna (genannt Annelie) zur Welt. Es ist schnell klar, dass sie - wie ihre Tante Barbara - die, in der Familie an Frauen weitergegebene, Gabe besitzt. Die Gabe befähigt durch Schmecken, das Leben oder die Entstehung von allem zu sehen und zu fühlen. Diese Eigenschaft, die es natürlich nicht gibt, ist bewusst angelehnt an "Synästhesie" (Info: Menschen sehen z.B. Zahlen mit Farben). Annas Gabe ist nicht immer von Vorteil und kann eine große Bürde sein.Da Annas Vater in der Nacht ihrer Geburt stirbt, erzieht ihre Mutter sie alleine. Dieses Leben ist geprägt von Krieg, Armut und viel Arbeit. Barbara, die im Tal als Hebamme und Heilerin arbeitet, lehrt Anna mit der Gabe umzugehen.Im frühen Jugendalter von Anna heiratet Ihre Mutter Marie den charismatischen Roman, der sich kure Zeit später als gewalttätiger Mensch entpuppt. Nicht nur an Marie, sondern auch an Anna vergreift er sich.Teil IIIm zweiten Teil erleben wir Anna in Ihrer Jugend bis zum jungen Erwachsenenalter. Es sind fürchterliche Schicksalsjahre, die Anna, Marie und Barbara durchleben. Man fiebert mit, ist entsetzt und verdrückt - zumindest ich - die ein oder andere Träne.Teil IIIDieser letzte und (leider) abschließende Teil bringt uns in die Gegenwart ins Jahr 2004. Zwei Mädchen machen sich zum Jahreswechsel auf die Suche nach ihrer Familie.Hier kann ich nicht mehr drüber schreiben, ohne zu spoilern.Ich bin so begeistert von dieser lebhaften Geschichte, die immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Durch so viele Wendungen wird der Roman nie langweilig, im Gegenteil, es bleibt durchweg spannend!Am Ende jedes Teils erzählt die Autorin immer anders über die realen Schauplätze, die sie bereits früh in Urlauben kennen gelernt hat. Auch diese sind ausgesprochen lesenswert. Nicht zuletzt die Danksagungen habe ich mit einem schmunzeln gelesen ( Grüße an den "Schirmherr").Jedem, der Lust auf eine spannende, unvorhersehbare Geschichte (die fast so hätte gewesen sein können) in den Bergen hat, empfehle ich diese Triologie von Herzen.