Nachdem ich die erste Autobiografie von Ozzy ja inhaliert und gefeiert hatte, war ich nicht nur neugierig auf "Last Rites" - ich war obsessed. Und nach wenigen Seiten spürte ich den altbekannten Kick: Ozzy plaudert weiter höchst unterhaltsam aus dem Nähkästchen. Doch gleichzeitig merkte ich auch zügig, dass sich hier ein gealterterter Ozzy zu Wort meldet: Krankheiten und Unfälle stehen im Fokus. Eben das, was die letzten Jahre dieser Ikone prägten... Nicht falsch verstehen - es war durchaus amüsant verpackt zu lesen, eben Ozzys Art, aber auch traurig, denn wie allgemein bekannt ist, folgte nach dieser Zeit das Ende.. "Last Rites" ließ mich also mit einem weinenden und einem lachenden Auge da sitzen. Darauf war ich aber von Anfang an eingestellt. Inhaltlich ergänzen Ozzys letzte Jahre natürlich den Vorgänger - nicht so, wie ich es mir erhofft hatte, forderten aber auch viele Infos zu anderen Künstlern zu Tage. Vorallem das klare Statement zu Marilyn Manson hat mich erfreut. ¿ Auf die wichtigsten Ereignisse im Leben des Prince of Darkness wird nochmal Bezug genommen, doch würde ich die erste Biografie da an die erste Stelle setzen; einfach weil sie viel mehr Energie und Lebensfreude beim Erzählen verbreitet und naturlement mehr ins Detail geht. Die Erwähnung von Ozzys letzten großen Auftritt, dem Abgang mit Schwung, hinterließ bei mir einen bitteren Beigeschmack.. Hier zweifel ich auch ganz offen an, ob diese Worte vom Idol selbst her rühren, oder ob jemand die Schilderung übernommen hat. Man merkt deutlich, dass die Uhr während der Entstehung des Buches tickte. Nichts desto Trotz ist "Last Rites" interessant zu lesen. Ein Abschied, leider für immer, der nochmal etwas Wärme verschenkt.