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Homo academicus

Originaltitel: Homo academicus. 'suhrkamp taschenbücher wissenschaft'. Neuauflage.
Taschenbuch
Homo academicus ist eine soziologische Analyse der universitären Welt. Der Homo academicus - dieser Klassifizierer unter Klassifizierenden - wird seinen eigenen Wertungen unterworfen. Weder bei Durkheim noch bei Levi-Strauss geht es darum, jene ... weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Homo academicus
Autor/en: Pierre Bourdieu

ISBN: 3518286021
EAN: 9783518286029
Originaltitel: Homo academicus.
'suhrkamp taschenbücher wissenschaft'.
Neuauflage.
Übersetzt von Bernd Schwibs
Suhrkamp Verlag AG

18. Mai 1992 - kartoniert - 455 Seiten

Beschreibung

Homo academicus ist eine soziologische Analyse der universitären Welt. Der Homo academicus - dieser Klassifizierer unter Klassifizierenden - wird seinen eigenen Wertungen unterworfen. Weder bei Durkheim noch bei Levi-Strauss geht es darum, jene »Formen der Klassifikation«, die der Wissenschaftler anwendet, zu analysieren und in den sozialen Strukturen der universitären Welt die Grundlagen der Kategorien des professoralen Verstehens auszumachen. Die entschiedensten Fortschritte der Sozialwissenschaft sind aber gerade dann zu erwarten, wenn diese in ihren Bemühungen nicht locker läßt, die soziologische Vernunft einer soziologischen Kritik zu unterziehen, was heißt: die soziale Genese ihrer Denkkategorien und Konzepte aufzuzeigen.»Die Objektivierung des objektivierenden Subjekts läßt sich nicht umgehen.« Pierre Bourdieu

Inhaltsverzeichnis

Danksagung 7
Vorwort zur deutschen Ausgabe 9

1. Ein »Buch, das verbrannt gehört«? 31

Die Konstruktionsarbeit und ihre Effekte 38
Empirisches und epistemisches Individuum 59

2. Der Streit der Fakultäten 82

Zustimmung und Distanzierung 90
Wissenschaftliche und soziale Kompetenz 121

3. Kapitalarten und Formen der Macht 132

Die Struktur des Raums der Machtformen 139
Die normalen Professoren und die Reproduktion
der Körperschaft 149
Zeit und Macht 158
Die arrivierten Häretiker 180
Gegner als Komplizen 190
Das aggiornamento 198
Stellungen und Stellungnahmen 209

4. Verteidigung der Körperschaft und Zusammenbruch
der Gleichgewichte 213

Funktionale Äquivalenzen 224
Die Krise der Nachfolgeordnung 232
Eine Zweckmäßigkeit ohne Zwecke 238
Eine Zeitordnung 244
Der Zusammenbruch der Gleichgewichte 251

5. Der kritische Moment 254

Ein spezifischer Widerspruch 259
Die Synchronisierung 274
Die Krise als Enthüllung 283
Veröffentlichte Meinungen 293
Die Illusion der Spontaneität 298



Anhang

1. Benutzte Quellen 307
2. Die morphologischen Veränderungen der Fakultäten
und der Disziplinen 326
3. Die Hitparade der französischen Intellektuellen oder:
Wer richtet über die Legitimität der Richter? 332
4. Die Korrespondenzanalysen 349

Nachschrift
Die Kategorien des professoralen Verstehens 353

Die professorale Rechtsprechung 354
Das Urteil der Gleichgestellten und die universitäre

Moral 375

Verzeichnis der Tabellen und Diagramme 395
Namen- und Sachregister 397

Bernd Schwibs
Erläuterungen zumfranzösischen Hochschulsystem 437


Portrait

Pierre Bourdieu, am 1. August 1930 in Denguin (Pyrénées Atlantiques) geboren, besuchte dort das Lycée de Pau und wechselte 1948 an das berühmte Lycée Louis-le-Grand nach Paris. Nachdem er die Eliteschule der École Normale Supérieure durchlaufen hatte, folgte eine außergewöhnliche akademische Karriere. Von 1958 bis 1960 war er Assistent an der Faculté des lettres in Algier, wechselte dann nach Paris und Lille und wurde 1964 Professor an der École Pratique des Hautes Études en Sciences Sociales. Im selben Jahr begann er, die Reihe Le sens commun beim Verlag Éditions de Minuit herauszugeben und erhielt einen Lehrauftrag an der Ècole Normale Supérieure. Es folgten Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in Princeton und am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Seit 1975 gibt er die Forschungsreihe Actes de la recherche en sciences sociales heraus. 1982 folgte schließlich die Berufung an das Collège de France. 1993 erhielt er die höchste akademische Auszeichnung, die in Frankreich vergeben wird, die Médaille d'or des Centre National de Recherche Scientifique. 1997 wurde ihm der Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen verliehen. In seinen ersten ethnologischen Arbeiten untersuchte Bourdieu die Gesellschaft der Kabylen in Algerien. Die in der empirischen ethnologischen Forschung gemachten Erfahrungen bildeten die Grundlage für seine 1972 vorgelegte Esquisse d'une théorie de la pratique (dt. Entwurf einer Theorie der Praxis, 1979). In seinem wohl bekanntesten Buch La distinction (1979, dt. Die feinen Unterschiede, 1982) analysiert Bourdieu wie Gewohnheiten, Freizeitbeschäftigungen, und Schönheitsideale dazu benutzt werden, das Klassenbewußtsein auszudrücken und zu reproduzieren. An zahlreichen Beispielen zeigt Bourdieu, wie sich Gruppen auf subtile Weise durch die feinen Unterschiede in Konsum und Gestus von der jeweils niedrigeren Klasse abgrenzen. Mit Le sens pratique (dt. Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, 1987) folgte 1980 eine ausführliche Reflexion über die konkreten Bedingungen der Wissenschaft, in der Bourdieu das Verhältnis von Theorie und Praxis neu zu denken versucht. Ziel dieser Analysen ist es, die »Objektivierung zu objektivieren« und einen Fortschritt der Erkenntnis in der Sozialwissenschaft dadurch zu ermöglichen, daß sie ihre praktischen Bedingungen kritisch hinterfragt. Seit dem Beginn der 90er Jahre engagiert sich Bourdieu für eine demokratische Kontrolle ökonomischer Prozesse. 1993 rief er zur Gründung einer »Internationalen der Intellektuellen« auf, deren Ziel darin besteht, das Prestige und die Kompetenz im Kampf gegen Globalisierung und die Macht der Finanzmärkte in die Waagschale zu werfen. Die im selben Jahr gegründete Zeitschrift Liber soll dazu ein unabhängiges Forum bieten. Seine politischen Aktivitäten zielen darauf ab, eine Versammlung der "Sozialstände in Europa" einzuberufen, die den europäischen Einigungsprozeß kontrollieren und begleiten soll. Pierre Bourdieu stirbt am 23. Januar 2002 in Paris.

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