Dieser frustrierende, handlungsarme 1. Band entschuldigt keine noch so wundervolle Fortsetzung. Wem langweilig ist, kann sich das aber antun
Ich habe wirklich gemischte Gefühle bei diesem Buch. Einerseits gefällt mir der atmosphärische, bildhafte Schreibstil sehr. Diese goldene, dekadente, bedrückende Welt hat schon etwas Eigenes. Andererseits muss man sagen, dass es teils vulgäre Dialoge gibt. Und das wichtigste: Das Pacing war schlimm.Das erste Drittel zieht sich extrem in die Länge und ist weitgehend ereignislos. Es besteht vor allem aus Ungerechtigkeit, Demütigungen und einer sehr unangenehmen, toxischen Dynamik. Es ist klar, dass es beim Lesen absichtlich wütend machen und frustrieren soll, aber mir war das zu viel. Ich wollte ziemlich früh abbrechen, habe aber in vielen Bewertungen gelesen, dass die Reihe besser werden soll. Hätte ich das Buch aktiv gelesen und nicht als Hörbuch während meiner morgendlichen Zugfahrten gehört, hätte ich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgehalten.Auren als Protagonistin tat mir sehr leid. Ihre Liebe ist so rein, unschuldig und naiv, dass man sie am liebsten schütteln und zur Besinnung bringen möchte. Aber gerade deshalb fühlt man ihre Entwicklung auch mit. Was ich allerdings mit Aurens 24 empfindungsfähigen Bändern an ihrem Rücken anfangen soll, weiss ich noch nicht ganz. Das war schon ziemlich schräg.Midas ist als manipulative Figur gut gelungen. Die verstörende Figurendynamik wird somit recht überzeugend geschildert.Vermarktet wird das Buch als Dark Romantasy, aber für mich trifft vor allem das "Dark" zu. Romance sucht man hier vergeblich, und der Fantasy-Aspekt wird erst im letzten Fünftel wirklich spürbar. Davor erfährt man zwar, dass es verschiedene Reiche gibt und Könige magische Fähigkeiten haben, aber viel mehr auch nicht.Das Ende war dann allerdings überraschend und macht eigentlich schon neugierig darauf, wie es weitergeht.Insgesamt: Die 3 Sterne gebe ich wegen dem Ende, sonst wären es nur 2.