
The present volume is dedicated to Dietmar Willoweit (1936-2023), who taught from 1984 to 2004 as Professor (Ordinarius) of German and Bavarian Legal History, Civil Law, Commercial Law, and Canon Law at the University of Würzburg and served as President of the Bavarian Academy of Sciences and Humanities from 2006 to 2010. It brings together the papers delivered at a symposium held in his honour on 17 July 2024 in the Neubaukirche of the University of Würzburg.
The contributions focus on the concept and the emergence of law. Is it primarily authoritative law-making-such as legislation enacted by sovereign state authority-that brings legal norms into force, or is law originally, and even today at least in part, the result of an intra-societal process of legal formation? In addressing these questions, which are central to jurisprudence, the authors also engage with Dietmar Willoweit's posthumously published monograph Rechtsdenken (2024), in which he recalled the mutual recognition of subjective rights as a source of the emergence of law. In exploring this theme, all contributors enter into a dialogue with the scholar to whom the volume is dedicated.
Der vorliegende Band ist Dietmar Willoweit (1936-2023) gewidmet, der von 1984 bis 2004 als Ordinarius für Deutsche und Bayerische Rechtsgeschichte, Bürgerliches Recht, Handelsrecht und Kirchenrecht an der Universität Würzburg lehrte und von 2006 bis 2010 Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war. Er versammelt die Vorträge eines Symposiums, das zu seinen Ehren am 17. Juli 2024 in der Neubaukirche der Universität Würzburg stattfand.
Im Zentrum der Beiträge stehen Begriff und Entstehung des Rechts. Ist es vorrangig die autoritative Rechtssetzung, etwa in Form herrschaftlich-staatlicher Gesetzgebung, die Rechtssätze in Kraft setzt oder handelt es sich ursprünglich und auch noch heute zumindest teilweise um einen innergesellschaftlichen Prozess der Rechtsbildung? Mit diesen für die Rechtswissenschaft zentralen Fragestellungen nehmen die Beiträge zugleich auf Dietmar Willoweits posthum erschienene Monographie "Rechtsdenken" (2024) Bezug, in der Willoweit an die gegenseitige Anerkennung subjektiver Rechte als Quelle der Rechtsentstehung erinnert hat. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dieser Thematik treten alle Autoren in einen Dialog mit dem Geehrten.
Inhaltsverzeichnis
Jan-Dirk Harke
: Das römische Recht - doch ein Gesetzesrecht? -
Ulrike Müßig
: Die Aufführung der individuellen Gewissensentscheidung in Tenglers Weltgerichtsspiel - verfassungsgeschichtliche Überlegungen -
Joachim Lege
: Am Anfang war. . . Rechtsphilosophische Überlegungen zur Rechtsentstehung -
Steffen Schlinker
: Die Formen der Rechtsentstehung am Beispiel des ius in bello -
Eric Hilgendorf
: Rechtsgeschichtsschreibung und Wertfreiheitspostulat. Am Beispiel der Juristischen Zeitgeschichte -
Matthias Heilmeier
: Kapitalanlagefreiheit versus Kapitalanlegerschutz am historischen Beispiel der Beurkundungspflicht des Gründungsakts bei Aktiengesellschaften -
Jan Schröder
: Innergesellschaftliches Recht bei Dietmar Willoweit und bei Eugen Ehrlich
Epilog
Wolfgang Riedel
: Dietmar Willoweit als Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Auch eine persönliche Erinnerung -
Jan Schröder
: Laudatio zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Juristische Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen an Dietmar Willoweit am 16. Dezember 2011
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