"Hope's End" von Riley Sager stand schon lange auf meiner Leseliste und wurde mir schon unzählige Male empfohlen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen - und ich wurde definitiv nicht enttäuscht.Kit McDeere nimmt einen Job auf Hope's End an, um sich um Lenora Hope zu kümmern. Lenora wird seit über 50 Jahren verdächtigt, ihre Eltern und ihre Schwester ermordet zu haben. Nach mehreren Schlaganfällen ist sie gelähmt und kann nur noch mit ihrer linken Hand über eine Schreibmaschine kommunizieren.Eines Tages beginnt Lenora, Kit ihre Version der Ereignisse von damals zu erzählen. Je mehr Kit über die Vergangenheit erfährt, desto klarer wird, dass auf Hope's End nichts so ist, wie es zunächst scheint - und dass die Wahrheit gefährlicher ist, als sie erwartet hat.Kit hat mir als Hauptfigur richtig gut gefallen. Sie trägt selbst Schuldgefühle mit sich herum, weil sie im Verdacht stand, am Tod einer Patientin beteiligt gewesen zu sein. Gerade deshalb konnte ich gut nachvollziehen, warum sie Lenora nicht sofort verurteilt. Sie ist verletzlich, misstrauisch und trotzdem unglaublich neugierig. Ich mochte, dass sie nicht wie eine perfekte Ermittlerin wirkt, sondern einfach versucht herauszufinden, was damals wirklich passiert ist.Am meisten Spaß gemacht hat mir das Miträtseln. Immer wenn ich dachte, ich hätte endlich verstanden, was auf Hope's End passiert ist, kam wieder eine neue Enthüllung und ich musste meine ganze Theorie überdenken. Ich habe während des Lesens ständig meine Meinung geändert und irgendwann wirklich niemandem mehr vertraut.Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre. Das alte Herrenhaus, die Geheimnisse aus der Vergangenheit und die Rückblicke haben genau die richtige Stimmung erzeugt. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst durch die dunklen Flure von Hope's End zu laufen. Auch die kurzen Kapitel und die wechselnden Zeitebenen haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.Für mich lebt das Buch nicht von actionreichen Szenen, sondern von seiner konstanten Spannung, den vielen Geheimnissen und dem Gefühl, dass jeder etwas zu verbergen hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und würde es jedem empfehlen, der atmosphärische Thriller mit vielen Wendungen und einer geheimnisvollen Kulisse liebt.