Gelungener, detailreicher historischer Roman über Cicero und das nahende Ende der römischen Republik
Es handelt sich um den zweiten Band der Trilogie über Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr. - 43 v.Chr.), einen der berühmtesten Männer des alten Rom. Das Original erschien im Jahr 2009 unter dem Titel "Lustrum".Während der erste Band die Jahre 79 v. Chr. - 64 v. Chr. abdeckt und mit Ciceros Wahl zum Konsul endet, beginnt die Zeitrechnung dieses Bandes im Jahr 63 v. Chr., also dem Jahr, in dem Cicero als Konsul agierte und endet im Jahr 58 v. Chr. Der Roman erzählt also die Geschichte eines Zeitraums von fünf Jahren, im antiken Rom "Lustrum" genannt. Es empfiehlt sich unbedingt, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen, denn sie bauen aufeinander auf und - logischerweise - trifft man auch in diesem Band auf Personen, die bereits im Vorgängerband eine Rolle gespielt haben.Am Ende des Buches gibt es ein Glossar, in dem sowohl die wichtigsten Begrifflichkeiten als auch die wichtigsten Personen aufgeführt sind, was mich sehr gefreut hat, denn vor allem ein Namensregister habe ich im Vorgängerband vermisstSo war es bei diesem Band deutlich einfacher für mich, die vorkommenden Personen einzuordnen bzw. z identifizieren und gelegentlich in der Wikipedia etwas mehr über die zu lesen. Was mir persönlich gefehlt hat, waren ab und an Jahreszahlen, um einordnen zu können, in welchem Jahr genau etwas stattfand. Die Jahreszahlen zu Beginn jeden Teils geben ja immer nur einen Zeitraum an.Der Roman ist im Grunde eine Aneinanderreihung von diversen Verschwörungen, die von Harris sehr gut nachvollziehbar beschrieben werden. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass jeder jeden versucht zu betrügen. Auch Cicero macht sich die Finger diesbezüglich schmutzig und ich finde es gut, dass der Autor dies auch darstellt und keine pure Heldengeschichte erzählt. Erneut sehr gut gelingt es dem Autor, die Romanhandlung an der historischen Vergangenheit auszurichten und Dinge, die seiner Fantasie entsprungen sind, nachvollziehbar im Sinne von "So könnte es gewesen sein" einzubauen.Es handelt sich bei allem Lob um einen Roman bzw. eine Trilogie, die ich nur Lesern empfehlen würde, die sich für die damalige Zeit und deren Geschichte interessieren. Für alle anderen ist das Werk, so fürchte ich, viel zu umfangreich und detailgenau. Mir persönlich hat dieser Band sogar etwas besser gefallen als "Imperium" und ich freue mich auf den Abschlussroman der Trilogie. Vier Sterne.