leider ohne Tiefgang
Der Thriller startet mit einer Silvesterparty, die glamourös beginnt und sich durch Alkohol und Drogen schnell hochschaukelt, sodass sie mit einem Albtraum endet. Hannah fühlt sich inmitten der reichen und überheblichen Partygäste auf der Yacht unwohl, obwohl es eigentlich ihre Freund*innen sein sollten, merkt sie sehr schnell, dass sie mit dem übertriebenen Leben und der Oberflächlichkeit nichts mehr zu tun haben möchte. Gut gelungen finde ich das Setting: Abgeschieden auf der Yacht, vor allem, als diese dann auch noch abdriftet und auf offener See herumdümpelt, ohne Strom, ohne Vorräte und ohne Kontrolle. Hier merkt man auch schön, dass die Stimmung sehr schnell kippt und sich jede/r selbst am nächsten ist. Der Überlebenskampf und die Eskalation der Situation entwickelten sich überraschend schnell und brutal. Gleichzeitig finde ich die Charaktere klischeehaft dargestellt, zu übertrieben und oberflächlich, sodass man als Leser*in nahezu zu keinem der Charaktere eine tiefere Beziehung herstellen kann, ausgenommen von Hannah. Mir haben interessante Gespräche, realistische Themen und im Mittelteil die Spannung gefehlt. Wer unterhaltsame Survival-Thriller mag, ohne auf Tiefgang wertzulegen, wird bestimmt spannende Lesestunden bereitet bekommen.