Mit Keeper of my loving heart habe ich mich leider ziemlich schwergetan. Obwohl die Geschichte mit einer PR-Mitarbeiterin und einem schwierigen Fußballstar vor der Weltmeisterschaft eigentlich genau nach einer interessanten Sports Romance klingt, konnte mich das Buch nicht wirklich fesseln.
Alex war für mich dabei besonders schwierig. Er ist extrem von sich selbst überzeugt und sein Verhalten wirkt an vielen Stellen eher kindisch als charmant. Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: Nachdem sein Hund eine Pfütze im Hotel hinterlassen hat, wischt Alex diese mit einem Lappen auf und wirft ihn anschließend kurzerhand in eine Blumenvase. Für mich war das weniger frech und unangepasst als einfach unangebracht.
Aber auch mit Lara bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie blieb mir über weite Strecken fremd. Gefühlt besteht ihr Leben fast nur aus ihrem Job und selbst im Feierabend kann sie nicht richtig abschalten. Dass sie während eines Gesprächs mit ihrer besten Freundin Pia die neuesten Reaktionen in den sozialen Medien checkt, hat diesen Eindruck noch verstärkt.
Dazu kam, dass mich der Schreibstil leider nicht richtig abgeholt hat. Er war mir teilweise zu lapidar, ausschweifend und an manchen Stellen auch einfach zu platt. Besonders die vielen kleinen Unterbrechungen durch äh, hust, hust, naja und Ähnliches haben meinen Lesefluss immer wieder gestört.
Auch inhaltlich gab es einige Punkte, die für mich nicht ganz funktioniert haben. Lara nimmt häufig Dinge an, ohne genauer nachzufragen oder zu überprüfen, ob ihre Interpretation überhaupt stimmt. Gleichzeitig sind beide Protagonisten wahre Meister darin, ihre eigenen Gefühle nicht genauer zu hinterfragen oder schlicht nicht zu verstehen, was eigentlich gerade mit ihnen passiert. Das hat die Entwicklung ihrer Beziehung für mich eher anstrengend als spannend gemacht.
Beim Thema Klischees hatte ich außerdem das Gefühl, dass das Buch diese nicht wirklich aufgreift und clever mit ihnen spielt, sondern sie teilweise einfach ziemlich platt verwendet. Zum Beispiel, als Alex Lara fragt, ob sie schlecht gelaunt sei, und sie direkt darauf reagiert, dass er ihr nicht unterstellen solle, ihre Periode zu haben. Solche Szenen wirkten auf mich eher unbeholfen als pointiert.
Andererseits muss man dem Buch zugutehalten: Es ist tatsächlich eine Sports Romance. Man erlebt nicht nur die Liebesgeschichte, sondern bekommt auch Training, Spiele und den ganzen Medienrummel rund um eine Nationalmannschaft mit; Interviews, Signierstunden und die ständige Beobachtung durch Fans und Presse gehören ebenfalls dazu. Das hat mir grundsätzlich gut gefallen.
Weniger gut fand ich dagegen den Umgang der Kollegen miteinander. Manche Sprüche und Verhaltensweisen gingen für mich schon ziemlich deutlich in Richtung Mobbing und waren dadurch unangenehm zu lesen.
Insgesamt hatte Keeper of my loving heart für mich also eine interessante Ausgangsidee und bietet tatsächlich einiges an Sports-Romance-Atmosphäre. Leider konnten mich die beiden Hauptfiguren, der Schreibstil und die Umsetzung der Beziehung nicht überzeugen.