Rezension zu "Die geheime Gesellschaft" London, 1873. Nach dem Mord an Mr. Volckmann, dem Gründer der London Séance Society, steht Mr. Morley unter enormem Druck. Der Fall ist ungeklärt, und so bittet er das Medium Vaudeline D'Allaire um Hilfe. Ihre besondere Fähigkeit: Sie kann in Séancen Kontakt zu den Toten aufnehmen, insbesondere zu Opfern ungelöster Verbrechen. Gemeinsam mit der jungen Lenna gerät sie immer tiefer in die dunklen Machenschaften der Gesellschaft.Was zunächst nach einer ungewöhnlichen Ermittlungsarbeit klingt, entwickelt sich schnell zu einer Geschichte voller Geheimnisse, Gefahren und überraschender Wendungen. Betrug, Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe gehören ebenso zu den Schattenseiten der Séance Society wie ein Mord, der weit größere Kreise zieht als zunächst gedacht. Dabei schafft Sarah Penner eine düstere Atmosphäre, ohne dass die Geschichte in reine Gruselstimmung abrutscht. Gerade die Mischung aus Krimi, historischen Elementen, Spiritualismus und einer leisen romantischen Ebene hat für mich sehr gut funktioniert.Besonders gefallen haben mir Vaudeline und Lenna. Beide Figuren bringen ihre eigenen Erfahrungen und Verletzungen mit und entwickeln im Verlauf der Geschichte eine interessante Dynamik. Dadurch bleibt die Handlung nicht nur spannend, sondern bekommt auch eine emotionale Seite.Und dann dieses Ende. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit dieser Auflösung. Einige Wendungen haben mich wirklich überrascht und dafür gesorgt, dass ich das Buch am Ende noch einmal im Kopf Revue passieren lassen musste. Die rund 400 Seiten lesen sich dabei erstaunlich schnell - Langeweile kam bei mir jedenfalls nicht auf.Auch optisch ist "Die geheime Gesellschaft" für mich wieder ein Highlight. Sarah Penners Bücher haben einfach wunderschöne Cover, und ich freue mich schon jetzt auf weiteren Nachschub von ihr.Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen. Wer historische Geschichten mit Mystery, Spannung, etwas Romantik und einer guten Portion düsterer Atmosphäre mag, sollte sich "Die geheime Gesellschaft" genauer ansehen.