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Zerbrochene Länder

Wie die arabische Welt aus den Fugen geriet. Originaltitel: Fractured Lands. How the Arab World Came Apart.…
Taschenbuch
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"So ist also die Frage beantwortet, ob man das aktuelle Chaos in der arabischen Welt in einem einzigen journalistischen Stück erfassen kann. Man kann. Scott Anderson kann es sogar grandios."

Die Zeit

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Produktdetails

Titel: Zerbrochene Länder
Autor/en: Scott Anderson

ISBN: 351807332X
EAN: 9783518073322
Wie die arabische Welt aus den Fugen geriet.
Originaltitel: Fractured Lands. How the Arab World Came Apart.
'edition suhrkamp'.
Deutsche Erstausgabe.
Übersetzt von Laura Su Bischoff Fotos von Paolo Pellegrin
Suhrkamp Verlag AG

9. Oktober 2017 - kartoniert - 264 Seiten

Beschreibung

"So ist also die Frage beantwortet, ob man das aktuelle Chaos in der arabischen Welt in einem einzigen journalistischen Stück erfassen kann. Man kann. Scott Anderson kann es sogar grandios."

Die Zeit

"Die hellsichtigste, kraftvollste und menschlichste Erklärung dessen, was in der Region passiert ist, die Sie jemals lesen werden."

The New York Times Magazine

"Manchmal fließt die Geschichte der Menschheit bedächtig vor sich hin, manchmal bewegt sie sich sehr schnell." Diesen Satz formulierte Muammar al-Gaddafi 2002 gegenüber Scott Anderson. Tatsächlich hat sich die Geschichte im Nahen Osten überschlagen, seit die USA 2003 im Irak einmarschiert sind: 2011 weckte der Arabische Frühling Hoffnungen, doch bald versanken Länder wie Syrien und der Irak im Chaos, von dem wiederum der Islamische Staat profitierte. Millionen Menschen flohen aus Syrien in Nachbarstaaten und nach Europa.

Anhand der Erlebnisse von sechs Menschen schildert Anderson die Geschichte einer zerbrechenden Region. Er begleitet den jungen Iraker Wakaz, der sich vorübergehend dem IS anschließt, Laila, die Witwe eines prominenten ägyptischen Menschenrechtsanwalts, deren Sohn innerhalb kurzer Zeit von drei Regimes inhaftiert wird, und Majd, den seine Flucht von Homs über das Mittelmeer bis nach Dresden führt. Illustriert wird Andersons Großreportage mit Aufnahmen des renommierten Fotografen Paolo Pellegrin. Ein einmaliges zeitgeschichtliches Dokument.

Portrait

Scott Anderson, geboren 1959, ist ein amerikanischer Schriftsteller und Kriegsberichterstatter. Er schreibt u. a. für GQ, Vanity Fair und das Magazin der New York Times. Sein 2013 erschienenes Buch Lawrence in Arabia gilt bereits heute als Klassiker der biografischen Literatur.

Pressestimmen

"Die hellsichtigste, kraftvollste und menschlichste Erklärung dessen, was in der Region passiert ist, die Sie jemals lesen werden."
The New York Times Magazine

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 17.04.2018

Nirgendwo ist es besser geworden
Erschütternde Einzelschicksale aus Ländern des Nahen Ostens

Es liegen brauchbare Analysen der dramatischen Verwerfungen in der arabischen Welt vor. Sie erklären die Konflikte aus der Makroperspektive und machen so die zerstörerischen Prozesse verständlich. Oft geht bei einer derartigen Gesamtschau jedoch verloren, wie radikal sich auf der Mikroebene das Leben Einzelner verändert hat. Diese Lücke schließt der amerikanische Journalist Scott Anderson.

Anderson hat von 2003, als im Irak Saddam Hussein nach einem Einmarsch gestürzt wurde, bis 2016 sechs gewöhnliche Menschen, die für das Schicksal von Millionen stehen, begleitet und hat aufgeschrieben, wie Krisen und Kriege ihr Leben auf den Kopf gestellt haben. Er begleitete sie auf einem Lebensabschnitt, der sie an Punkte geführt hat, von denen sie nicht mehr in die verlorene Normalität zurückkehren werden. Die Schilderungen sind umso glaubhafter, als der Autor darauf verzichtet, Mitleid zu erzeugen. Er lässt allein Fakten und Ereignisse sprechen.

Die sechs Personen stammen aus dem Irak, aus Syrien, Ägypten und Libyen. Im Irak hat er eine schiitische Frau, einen sunnitischen Mann und einen Kurden ausgewählt, in Syrien einen Mann aus der Rebellenhochburg Homs, in Ägypten eine Aktivistin und in Libyen einen jungen Mann aus Misrata, der unter Gaddafi im Gefängnis war.

Von den sechs lebt heute allein der kurdische Arzt in einer relativen Sicherheit, die ihm die autonome Kurdenregion im Nordirak bietet. Tiefe Narben hat bei ihm der Krieg gegen den "Islamischen Staat" hinterlassen; erschüttert ist er von einer Reise mit dem Autor in das Siedlungsgebiet der Jesiden, die Berge des Sindschar, zurückgekehrt, wo sie völlig zerstörte Städte gesehen haben und Geschichten von Verschleppung jesidischer Mädchen hörten. Er sagt: "Ein Irak gibt es nicht mehr. Syrien gibt es nicht mehr. Das ist unsere Zeit."

Ebenfalls noch in seiner Heimatstadt Misrata lebt der junge Libyer, der dort ein Studium begonnen hat. Anders als der kurdische Arzt hat er wenig Hoffnung. Denn Libyen, sein Land, entwickle sich zurück und habe keine Identität. Nicht brechen lassen will sich die Ägypterin aus der gebildeten Mittelschicht Kairos, die 2011 auf dem Tahrir-Platz demonstriert hat. Ihre zwei Kinder, eine Tochter und ein Sohn, beide Studenten, sind als Aktivisten jedoch in den Gefängnissen von Präsident Sisi verschwunden.

Der junge Syrer, den Anderson begleitet hat, stammt aus Homs. Vor dem Krieg hatte es wenige Städte mit einer konfessionellen Vielfalt wie in der drittgrößten Stadt Syriens gegeben. Um sich dem Militärdienst zu entziehen, um also nicht als Syrer auf Syrer schießen zu müssen, floh er über die türkische Küstenstadt Bodrum auf die griechische Insel Kos. Von dort schlug er sich auf der Balkan-Route nach Deutschland durch, wo er heute in Dresden lebt und eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen hat.

Möglicherweise tot ist indessen der junge sunnitische Iraker aus Tikrit, der Heimatstadt Saddam Husseins. Er hatte sich vom "Islamischen Stadt" rekrutieren lassen, desertierte, weil er den IS als Verrat am Islam erlebte, und wurde festgenommen. Ihm drohte die Hinrichtung, als der Autor ihn zuletzt sah.

Die schiitische Muslimin aus der südirakischen Stadt Kut, die der Autor über Jahre wiederholt getroffen hat, lebt heute als Flüchtling in Österreich. Sie war 23 Jahre alt und studierte in Kut englische Literatur, als im April 2003 amerikanische Soldaten in ihre Heimatstadt einrückten. Sie ließ sich von einer 33 Jahre alten amerikanischen Menschenrechtsaktivisten aus Oklahama begeistern, die für die amerikanische Zivilverwaltung in Kut Frauen über ihre Rechte aufklärte. Auf diesen Moment habe sie ihr Leben lang gewartet, sagte die junge Irakerin damals voller Begeisterung. Erstmals habe sie nun eine Zukunft für sich selbst gesehen. In Washington traf sie den amerikanischen Präsidenten. Da hatte sich der bewaffnete Widerstand gegen die amerikanischen Besatzer bereits formiert. Ihre Mentorin wurde im März 2004 in Kut getötet, später auch ihr Bruder. Das Büro in Kut wurde geschlossen, nach Morddrohungen floh sie nach Jordanien.

Nur kurz lebte sie in San Francisco. Sie kehrte als Angestellte einer Hilfsorganisation nach Amman zurück, weil sie ihre Eltern nicht nach Amerika nachholen durfte. Nach einer Verschärfung der Arbeitsbestimmungen verlor sie ihre Arbeit in Amman. Hätten sich die Amerikaner doch nur mehr überlegt, was sie im Irak machen wollten, sagt sie 2014. Ein Jahr später flog sie mit ihrer Schweser nach Istanbul. Schlepper brachten sie von Izmir auf die griechische Insel Samos. Am 22. Dezember erreichten sie Bayern und wurden nach Österreich zurückgeschickt. Heute leben die beiden in Klagenfurt.

Fassungslos legt man das Bucht aus der Hand. Denn es zeigt sehr konkret, was im Nahen Osten alles falsch gelaufen ist. Der Autor schließt mit der bitteren Erkenntnis, dass heute nahezu in jedem Ort, den er und sein Fotograf Paolo Pellegrin besucht hätten, die Lage schlechter sei als zu Beginn ihrer Reise.

RAINER HERMANN

Scott Anderson: Zerbrochene Länder. Wie die arabische Welt aus den Fugen geriet.

Suhrkamp Verlag, Berlin 2017. 264 S.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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Bewertungen unserer Kunden
Als erste Annäherung an das Thema kann es gute Dienste leisten.
von Wedma - 26.01.2018
Das Buch erzählt über die Krise in der arabischen Welt aus der Perspektive der "kleinen" Leute, die von dort aus stammen: z.B. aus dem Irak, Syrien, Libyen, Ägypten, Kurdistan. Diese persönlichen Geschichten wurden abwechselnd, nach Themen und Zeiten geordnet, erzählt. 5 Teile hat das Buch: Teil I: Die Ursprünge 1972-2003 Teil II: Der Irakkrieg: 2003-2011 Teil III: Der arabische Frühling 2011-2014 Teil IV: Der Aufstieg des IS 2014-2015 Teil V: Exodus 2015-2016. Die Teile sind in 4-16 Kapitel aufgeteilt. Diese sind kurz, sachlich und griffig geschrieben, was dazu verleitet, stets ein nächstes Kapitel aufzuschlagen. Es gibt s/w Fotos von den erzählenden Personen, auch Bilder von den Straßen, zerstörten Gebäuden vor Ort, etc. Diese Menschen im Nahen Osten, die man im Teil I kennenlernt, erzählen ihre Geschichten und somit die ihrer Familie und insg. ihrer Länder bis zum Ende weiter. Es war spannend zu lesen, was ihnen im Laufe der Zeit passierte, wie sie es empfunden haben, wie sich die polit. Lage änderte, welche Probleme kamen dazu, was die einfachen Leute über ihre Regierungen dachten, was sie dagegen taten, etc. Es gibt z.B. gleich im Kap. 1 die Geschichte von Laila Soueif. Sie, ihr Mann und später die Kinder waren aktive Regierungsgegner und demonstrierten oft auf den Straßen. Hier wurden einige Hintergrundinfos hinzugefügt, die z.B. erklären, wie es dazu kam, dass das Volk in Ägypten, wie auch die Soueifs, "Nassers autokratischen Regierungsstil verabscheuten" und auch später gegen Mubarak protestierten, u.a. weil er gern und regelmäßig Geld von USA nahm, und sonst nicht so viel für besseres Leben im Land tat. Bei diesen Berichten las man hin und wieder, je nach Land und seinen Problemen, von anti-amerikanischer Einstellung der Menschen. Auch weitere Personen, wie z.B. eine Frauenaktivistin aus Syrien, die zwar später, beim ausgebrochenen Krieg, in die USA auswandern konnte, ging aber wieder zurück nach Jordanien, um sich um die kranken Eltern zu kümmern, da ihre Familie dorthin geflohen war. Diese Frau, wie auch weitere junge Leute, "trifft" man auch später. So entwickeln sich ihre dramatischen Lebensgeschichten vor Augen der Leser. Man kann sich in ihre Situationen hineinversetzen, die Ausweglosigkeit ist manchmal mit Händen zu greifen, ihre oft tragischen Schicksale quasi hautnah. Manche von den geschilderten Personen landeten am Ende in Deutschland, Österreich, manche blieben vor Ort, manche sind gar in benachbarten Ländern zum Tode verurteilt, etc. Auch die nationalen Konflikte, wie die in Kurdistan, oder auch im Irak insg., die Ansätze der Problemlösungen, wie sie manche Kenner vor Ort vorschlagen, findet man ebenso im Buch. Man sieht dabei v.a., wie komplex die Verhältnisse sind. Und eins ist klar: Einfache Lösungen kann es nicht geben, schon allein weil vieles nach dem Prinzip des Fluches der bösen Tat läuft: Eine böse Tat zieht unweigerlich die nächste nach sich, die noch brutaler ausfällt, etc. So entstand eine Abwärtsspirale, die heute kaum einer stoppen kann, und viele Landschaften liegen in Trümmern. Manches in diesem Buch war mir auch eher negativ aufgefallen: Es gibt keine Quellen. Auch bei den Schilderungen der allg. Lage nicht. Z.B. wurde der Giftgasangriff mit Sarin in Ghouta, Syrien, von Leitmedien hüben wie drüben gern Assad in Rechnung gestellt. Die kritischen Quellen widersprechen diesen Ausführungen und begründen dies. Näheres dazu z.B. in "Die den Sturm ernten" von Michael Lüders und "Illegale Kriege" von Daniel Ganser. Zu den Prinzipien, wie die Leitmedien funktionieren: "Lügen die Medien?" von Jens Wernicke. Die persönlichen Schicksale erscheinen recht stichhaltig und glaubhaft. Sie stammen von den Begegnungen des Autors vor Ort und später aus den Meldungen der beschriebenen Personen aus jew. Ländern. Insg. ließ sich die Anhänglichkeit an die Linie der Leitmedien recht deutlich wahrnehmen. Kein Wunder, denn der Autor wurde vom Chefredakteur des New York Times Magazine zu einer Reportage über die Krise im Nahen Osten beauftragt. Der wesentliche Teil dieses Buches war dort in 2016 erschienen. Fazit: Ein Buch, das die Krise im Nahen Osten aus der Perspektive der "kleinen Leute" schildert und noch paar erklärende Hintergrundinfos liefert. Als erste Annäherung an das Thema kann es gute Dienste leisten.
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