Die Fortsetzung hat einige Längen, die es nicht gebraucht hätte. Insgesamt ist sie aber ähnlich unterhaltsam wie Band 1.
Der Roman ist umfangreicher als der erste und das gereicht ihm nicht unbedingt zum Vorteil. Trotz ein paar Längen und Inkonsistenzen ist er aber immer noch unterhaltsam und führt ein neues, aber ebenfalls interessantes Setting ein. Schreibstil: Flüssig und bildhaft wie schon bei Band 1. 5 Sterne Charaktere: Auch hier funktionieren die Charaktere, die alten und die neuen. 5 Sterne Handlung und Struktur: Insgesamt hat der Roman viele Spannungsmomente. Die Schwächen, die schon Band 1 hatte, waren hier für mein Empfinden stärker ausgeprägt: Es gab immer wieder Einschübe, die sehr viel dem Worldbuilding dienten, aber wenig voranbrachten. In Band 1 haben für mich die Rückblenden auch deutlich besser funktioniert, weil sie so manches enthüllten, was für die restliche Handlung relevant war. Hier wird auch etwas enthüllt, aber es sind tendenziell eher Hinweise als Geheimnisse, die womöglich auch in geringerem Umfang funktioniert hätten oder nicht unbedingt notwendig waren. Dann gibt es viele Ausschnitte, die eigentlich nur beschreibend waren (eine Ausbildung wird geschildert) und deswegen kaum etwas vorangebracht haben. Manches geht auch nicht ganz auf: Stellen werden erst als zentraler Wendepunkt präsentiert und dann doch wieder abgewertet oder verlaufen ins Nichts. Insgesamt ist der Roman auch noch länger als der ohnehin schon umfangreiche erste Band - gegen ein paar Kürzungen hätte ich entsprechend nichts einzuwenden gehabt. 3,5 Sterne Tiefgang: Ich hatte bei Band 1 kritisiert, dass die Trauer nicht viel dargestellt wurde. Das holt der Folgeband nun nach. Ansonsten ist die Konzeption ähnlich: Manipulation und Intrigen, die ein paar Gedankenanstöße geben, aber nicht mehr. 4 Sterne Worldbuilding: Tal Verrar besitzt vielleicht nicht dasselbe Flair wie Camorr, funktioniert aber dennoch. Insgesamt wirkte das Setting hier ein wenig moderner (mehr Mechanik und Gegenstände, die dazu passen wie Tresore). Ich bin mir nicht sicher, ob das konsistent ist, nehme es einfach so hin. Dazu kommt dann auch noch ein wenig Piratenflair. Insgesamt ist der Entwurf auch hier interessant und ungewöhnlich genug, um sich von den allermeisten anderen Büchern aus dem Genre abzuheben. Deshalb wieder volle Punktzahl. 5 Sterne Für mein Empfinden war die Fortsetzung definitiv schwächer als der Auftaktband, denn sie wirkt an manchen Stellen aufgebläht oder verliert sich auch selbst. Aber die wesentlichen Stärken von diesem finden sich auch hier, sodass das Buch immer noch unterhaltsam und gut zu lesen war. Gesamtwertung: 4,5 Sterne, macht gerundet 5 Sterne