Als in ihrer Heimat einige Schafe brutal getötet werden, reist die Privatermittlerin Alison Dexter in ihr Heimatdorf im Norden Schottlands und nimmt die Ermittlungen auf. Weitere Vorfälle bringen Unruhe in das Dorf, aber es sollte noch schlimmer kommen.
Ich war schon zu einem Wanderurlaub in den Highlands und gerate immer noch ins Schwärmen, wenn die Sprache darauf kommt. Sybille Becker hat mir daher mit ihren Schilderungen der herben Naturschönheiten Glanz in die Augen gezaubert. Sie versteht es auch, die Bewohner dieses Landstrichs sehr treffend und facettenreich zu beschreiben. Sie machen nicht viele Worte, halten zusammen und man kann sich auf sie verlassen.
Bei diesem relativ unblutigen Krimi gibt es nicht wie gewohnt den einen aufzuklärenden Mordfall, sondern es reihen sich einige Vorfälle aneinander. Das bringt Abwechslung und lässt mich Vermutungen anstellen. Die Spannung wird langsam aufgebaut, kann dann aber auf dem Niveau gehalten werden.
Die sympathische Alison Dexter geht bei ihren Recherchen auch mal unkonventionelle, aber zielführende Wege. Ganz anders als Campbell, der zuständige Polizeichef. Er zaubert jedes Mal schnell einen Verdächtigen aus dem Hut, ohne überhaupt zu ermitteln oder handfeste Beweise vorweisen zu können.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und sehr bildhaft. Ich sah die Highlands, Burgen, Steinhäuser, Schafweiden und die raue Küste förmlich vor meinem inneren Auge. Ich bekam einen guten Einblick in die Schafzucht und auch in das harte Leben der Bewohner im Norden Schottlands. Allein schon wegen der mit viel Herzblut beschriebenen Kulisse werde ich diese Reihe weiterhin verfolgen.