Kein Wohlfühl-Krimi
Als man Karl Lederer erschossen auf einem Hochstand im Naturschutzgebiet Schönbuch aufgefunden wird, scheint alles auf einen Selbstmord hinzudeuten, hat doch der ehemalige Lehrer seit langem mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt. Was auf den ersten Blick so aussieht, als habe der Mann keinen Ausweg mehr gefunden, erweckt bei Andreas Brander und Peppi Pachatourides durch eine winzige Ungereimtheit Argwohn. Bei ihren Befragungen der Dorfbewohner entdecken sie Erschreckendes. War Karl Lederer wirklich so ein Ungeheuer, wie ihn die Dorfgemeinschaft beschreibt? Nach und nach enthüllen Brander und sein Team das Geflecht aus Hass, Lügengeschichten und schockierenden Ereignissen sowie aus bewusstem Wegschauen des Dorfpolizisten. Noch während der Ermittlungen eskaliert die Situation und ein gesamtes Dorf verliert seine Unschuld. Meine Meinung: Dieser 12. Krimi der Reihe rund um Andreas Brander und Peppi Pachatourides verlangt sowohl den Ermittlern als auch den Leserinnen und Lesern einiges ab. Es ist diesmal kein Wohlfühlkrimi, den uns Sybille Baecker hier serviert. Vor allem Brander weiß, wie leicht Mobbing entgleiten kann, haben es er und seine Frau Cecila gerade noch geschafft, ihre Adoptivtochter Natalie aus einer solchen Gewaltspirale zu befreien. Doch seine Erlebnisse bei den Ermittlungen im Schönbuch lassen sich diesmal kaum mit einem Glas Single Malt, das er mit seinem Freund Karsten Beckmann wegspülen. Als Conclusio muss uns klar sein, dass Wegschauen keine Lösung ist. Zivilcourage ist gefragt!Fazit: Gerne gebe ich diesem Krimi, der Brander & Co an deren Grenzen bringt und nichts für Zartbesaitete ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.