Karlsruhe, 1884. Nach einem verheerenden Unglück in ihrer Möbelfabrik bleibt der Familie Berger nur ein Ausweg: der Aufbruch in eine ungewisse, jedoch vielversprechende Zukunft in der fernen Kolonie Neuguinea. An Bord der Prinz Heinrich verlassen sie die vertraute Heimat.Doch je weiter das Schiff gen Osten fährt, desto stärker kommen verdrängte Wünsche ans Licht, schwelende Konflikte brechen auf. Hedwig, gefangen in einer lieblosen Vernunftehe und gesellschaftlichen Konventionen, beginnt zu ahnen, was echte Leidenschaft ist. Ihre Schwägerin Clara ringt mit ihrer wachsenden Einsamkeit und ihrer Sehnsucht nach mehr Nähe zu ihrem Mann Ludwig. Nur Anna, die Jüngste der Familie, scheint im charmanten Engländer David einen Hoffnungsschimmer zu finden.Endlich angekommen, treffen die Hoffnungen der Familie auf harsche Realität, Freundschaft auf Verrat und Liebe auf Enttäuschung. Wie hoch ist der Preis, den sie alle für den Neuanfang zahlen müssen? "Aufbruch ins Paradies" ist der erste Band der Neuguinea-Saga von Tara Haigh.Die Bücher könnten unabhängig gelesen werden, da sie aber zeitlich aufeinander aufbauen, empfehle ich, dass man mit diesem Buch hier beginnt.Wir begleiten Familie Berger durch diese Geschichte. Sie erleben ein unheimliches Unglück und beschließen daraufhin, sich einer Kolonie in Neuguinea anzuschließen. Der Weg dorthin hält schon einige Konflikte und unerwartete Ereignisse bereit. Schon hier war die Geschichte echt interessant und besonders das Zusammenspiel von bekannten und neuen Figuren hat Spannung reingebracht. Angekommen in Neuguinea ist vieles nicht so, wie erhofft bzw. wie der Familie versprochen wurde und so müssen sie sich nicht nur in ein völlig neues Umfeld einfügen, sondern auch mit den ungünstigen Gegebenheiten umgehen lernen.Die Perspektiven der Geschichte wechseln sich zwischen den drei Frauen ab. Mal begleiten wir Hedwig, für die sich mehr als nur der Lebensort ändert, Clara, die eine Krankenstation gewinnt und irgendwie ihren Mann verliert und Anna, die sich voller Tatendrang in neue Geschäftsmöglichkeiten und Freundschaften mit den Einheimischen stürzt. Dazu kommen noch einige weitere Figuren, die die Geschichte bereichern und Positives wie Negatives mit sich bringen.Tara Haigh entführt den Leser wieder in eine fremde Welt und beschreibt diese Reise und die Szenerien wieder unglaublich malerisch und zum Greifen nah. Ich fand es unheimlich spannend, mehr über die damalige Kolonialzeit und auch Neuguinea und die Einwohner dort zu erfahren.Auch die Figuren sind gut gezeichnet, obwohl ich mir manchmal noch mehr Tiefe in den einzelnen Charakteren gewünscht hätte.Ich habe Familie Berger auf jeden Fall gerne nach Neuguinea begleitet und bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.