Eine Reihe von geistreichen und tiefgründigen Gesprächen über alles.
Es geschieht nicht viel in diesem Roman, es wird vor allem viel geredet, in Gesprächen über Gott und die Welt, über die Kunst, über einfach alles. Das geschieht in einer solch unterhaltsamen, geistreichen Art, dass man über den guten Gesprächen die Handlung gar nicht gross vermisst. Das Ganze findet statt in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts in der gesellschaftlichen Sphäre der brandenburgischen Landadeligen; die zentrale Figur ist der Gutsherr Dubslav von Stechlin, der in seinem alten "Schloss" am Stechliner See residiert - ein leutseliger älterer Herr, der Landschaft und ihren Bewohnern herzlich verbunden. Die Klasse der Landjunker ist zum Untergang verurteilt, das spüren alle und keiner will es wirklich wissen. Stattdessen wird geplaudert, auf hohem und höchsten Niveau. Wenn diese Menschen miteinander reden, kommen sie ziemlich schnell zum Wesentlichen: ihr Charakter, der Charakter ihres Gegenübers, die Kunst, die Geschichte, grundsätzliche politische Fragen. Und das macht es aus, dass diese Gespräche nicht nur unterhaltend sind, sondern auch lehrreich und manchmal sogar weise. Diese Kunst der Plauderei, des Dialogs ist zusammen mit ihren Trägern untergegangen. Das Buch bietet die Chance, solche Gespräche - je nach Situation auch ganz unterschiedliche Gesprächstypen - wenigstens als Zuhörer einmal mitzuerleben. Wer sich darauf einlässt, wer das Verfeinerte und die Kultiviertheit zu schätzen weiss, der wird in diesem Buch vortrefflich unterhalten werden, auch wenn daneben nichts 'Spannendes' passiert.