Deutschland, 1943. Während die Bomben fallen und das Tausendjährige Reich in Trümmer sinkt, sitzt ein alter Gymnasiallehrer an seinem Schreibtisch und versucht das Unbegreifliche zu begreifen: das Leben seines Freundes Adrian Leverkühn - und mit ihm das Schicksal Deutschlands. Adrian Leverkühn ist ein Genie. Komponist, Theologe, Denker - ein Mann, dessen Geist so weit reicht, dass die gewöhnliche Welt ihm zu eng wird. Um die lähmende Kälte seiner Intellektualität zu durchbrechen, schließt er einen Pakt: mit dem Teufel, mit der Krankheit, mit dem Abgrund. Vierundzwanzig Jahre schöpferischer Raserei werden ihm gewährt - und dann der Wahnsinn. Was er hinterlässt, ist ein Werk von vernichtender Größe und ein Leben, das keiner seiner Zeitgenossen wirklich zu lesen verstand. Thomas Mann, im amerikanischen Exil schreibend, während Deutschland sich selbst zerstörte, schuf mit "Doktor Faustus" sein dunkelstes und vielleicht größtes Werk: eine Verknüpfung des alten Fauststoffs mit der deutschen Katastrophe, eine Musikphilosophie, eine Dämonologie der Moderne und ein Requiem zugleich. Die Frage, die das Buch stellt und nicht beantwortet: Ist das Böse der Preis des Außerordentlichen? Und ist Deutschland selbst ein faustischer Pakt - grandios, verhängnisvoll, unausweichlich? Adrian Leverkühns Biographie entfaltet sich dabei in den Händen seines Erzählers Serenus Zeitblom mit der Würde und dem Schauder einer Tragödie, die man kommen sieht und dennoch nicht aufhalten kann. Mann selbst nannte es den Roman seines Lebens.