Ein Ermittler, der sich warmläuft, ein Fall, der nicht uninteressant ist, und ein Ende, das überrascht ...
Wenn man die bislang erschienenen "Dengler-Fälle" (neun an der Zahl) als Maßstab nimmt, so gehört dieser sicher eher zum unteren Drittel, was Aktualität, Nähe zu realen Ereignissen und auch Spannung betrifft. Nichtsdestoweniger ist es ein lesenswerter Krimi, der es schafft, trotz einiger Ausflüge in andere Aufträge, eine gewisse Grundspannung zu halten - fast bis zur letzten Seite. Immerhin.Wie gewohnt werden einige historische Splitter in Fiktion getränkt, ohne die historischen Bezüge allzu arg zu verbiegen. Auch wenn im vorliegenden Fall der Chicagoer Blues-Musiker Junior Wells, nicht nur einen fulminanten Auftritt bekommt, sondern auch noch einen Vater zur Seite gestellt bekommt, der im zweiten Weltkrieg mit seiner "P-51 Mustang" abgeschossen wird und bis zum guten Schluss im Roman eine tragende Rolle spielt. Wenn schon zweiter Weltkrieg, dann dürfen auch einige Gräuel, wie die Behandlung von Juden und oppositionellen Politikern durch SS-Horden, nicht fehlen. Der Privatermittler hat sich in diesem Fall noch nicht vollständig von seiner Vergangenheit beim BKA lösen können. Dies betrifft auch die Rückblicke in seine familiären Verhältnisse, wobei ihm seine Freunde und auch seine Olga (inzwischen "altbekannt") in gewohnter Weise zur Seite stehen. Es ist schon ein wenig auch fürs Gemüt.Kurz und knapp: Ein Ermittler, der sich warmläuft, ein Fall, der nicht uninteressant ist, und ein Ende, das überrascht. (2.3.2019)