Ruby ist am Ende und zieht sich vollständig aus dem realen Leben zurück. Dadurch bekommt sie kaum mit, warum James sich so seltsam verhält. Während sie versucht, ihr Innerstes zu beruhigen und sich auf Oxford zu konzentrieren, verarbeitet James den Tod seiner Mutter auf seine eigene Weise: indem er emotional abschaltet. Erst als er realisiert, dass er Onkel wird, erkennt er, was seine Gefühllosigkeit und Sturheit bei den Menschen um ihn herum angerichtet haben.Nachdem Band 1 für mich ein echtes Highlight war, fühlte sich dieser Teil wie ein freier Fall auf Beton an. Ich hatte Ruby ganz anders und deutlich angenehmer in Erinnerung. In diesem Band wirkt sie jedoch verändert und verliert für mich zunehmend an Sympathie. Lydia gegenüber war ich anfangs noch skeptisch eingestellt, doch mittlerweile ist sie tatsächlich mein liebster Charakter der Reihe.Der Schreibstil ist zwar weiterhin angenehm und flüssig, doch ungefähr ab der Hälfte des Buches wurde mir bewusst, dass kaum etwas wirklich Erinnerungswürdiges passiert. Die Handlung tritt auf der Stelle, große Entwicklungen bleiben aus, und ich ertappte mich dabei, lustlos weiterzulesen. Dieses Gefühl zog sich leider bis zum Ende durch.Besonders enttäuschend war für mich, dass weder die emotionale Entwicklung der Figuren noch die Konflikte die Tiefe erreicht haben, die ich mir nach dem starken Auftakt erhofft hatte. Vieles wirkte wiederholend oder unnötig in die Länge gezogen, ohne echten Mehrwert für die Geschichte. Statt mitzufiebern, fühlte ich mich zunehmend distanziert.Am Ende habe ich jegliche Motivation verloren, Band 3 überhaupt noch in Angriff zu nehmen. Aktuell sieht es eher danach aus, als würde er zur klassischen Tsundoku-Leiche werden - gekauft, aber ungelesen im Regal verstaubend. Sehr schade, denn nach dem gelungenen ersten Band hatte ich wirklich hohe Erwartungen an die Fortsetzung.