Spannende Geheimnisse, eine düstere Atmosphäre und ein gelungener Mix aus Fantasy, Romance und Intrigen.
Poppy wurde dazu bestimmt, die Jungfräuliche zu sein - eine Auserwählte, deren Schicksal eng mit dem Wohl des Königreichs verknüpft ist. Dieser besondere Status bringt ihr jedoch kaum Privilegien. Stattdessen lebt sie isoliert von der Außenwelt, muss ihr Gesicht in der Öffentlichkeit verhüllen und wird für jeden Regelverstoß vom Herzog bestraft. Als ihr Leibwächter bei einem Anschlag auf ihr Leben stirbt, erhält sie mit Hawke einen neuen Beschützer. Hawke ist erst seit Kurzem Teil der Wache, doch zwischen ihm und Poppy entsteht schnell eine besondere Dynamik. Die beiden sind sich bereits zuvor begegnet, nämlich bei einem heimlichen Ausflug, den Poppy eigentlich niemals hätte unternehmen dürfen.Blood and Ashhabe ich vor einigen Jahren bereits auf Englisch gelesen. Damals konnte mich das Buch allerdings nur mäßig überzeugen. Rückblickend lag das vermutlich an mehreren Faktoren. Zum einen war mein Englisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Niveau, das ich für ein Buch dieser Art gebraucht hätte. Beim Lesen der deutschen Ausgabe ist mir aufgefallen, dass ich damals einige Szenen offenbar gar nicht richtig erfasst habe. Zum anderen war ich zu dieser Zeit überhaupt nicht in Romantasy-Stimmung und kannte von Jennifer L. Armentrout hauptsächlich ihre Paranormal-Romance-Bücher, weshalb ich mit ganz anderen Erwartungen an die Geschichte herangegangen bin. Trotzdem hat mich die Reihe nie ganz losgelassen. Sie hat viele Fans und ich hatte immer wieder den Gedanken, ihr irgendwann eine zweite Chance zu geben. Jetzt war es endlich soweit - und diesmal hat mir das Buch deutlich besser gefallen.Für mich ist Blood and Ash zwar nicht die beste Romantasy, die ich je gelesen habe, aber es hat viele Dinge richtig gemacht. Besonders Hawke hat mir als Love Interest sehr gut gefallen. Auch die Welt und ihre Geheimnisse konnten mich deutlich mehr fesseln als beim ersten Versuch. Von Anfang an stellt man sich als Leser die Frage, ob die vermeintlich Guten wirklich die Guten sind und ob die angeblichen Feinde tatsächlich so böse sind, wie behauptet wird. Diese Unsicherheit sorgt für eine angenehm düstere Atmosphäre und macht neugierig auf die weiteren Enthüllungen. Auch Poppy mochte ich als Protagonistin sehr gern. Sie bewegt sich für mich irgendwo zwischen den oft extremen Darstellungen, die man im Genre so häufig findet. Sie ist weder die unbesiegbare Superkämpferin noch das vollkommen hilflose, naive Mädchen. Stattdessen wirkt sie auf mich angenehm ausgewogen und nachvollziehbar. Die Chemie zwischen ihr und Hawke hat für mich ebenfalls funktioniert. Auch der Spice hat mir gut gefallen, weil er sich für mich organisch in die Geschichte eingefügt hat und nicht nur um seiner selbst willen vorhanden war.Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich der Reihe noch einmal eine Chance gegeben habe. Diesmal konnte mich die Geschichte deutlich mehr überzeugen und ich werde auf jeden Fall zum nächsten Band greifen.