AND THE RIVER DRAGS HER DOWN von Jihyun Yun ist eine außergewöhnliche Geschichte, die zwar in Amerika angesiedelt ist, aber dennoch die Atmosphäre und eine Brise der koreanischen Kultur und deren Mythen mit sich bringt. Der Autorin gelingt es ganz wunderbar, diese zwei Aspekte miteinander zu verweben, sodass bekannte amerikanische Sujets unverbraucht wirken und mit einer anderen, eher ruhigeren Bedeutung aufgeladen werden, ohne dass sie allzu fremd oder exotisch anmuten, wenn man nicht mit der koreanischen Kultur vertraut ist.
In diesem Setting entfaltet Jihyun Yun ihre Geschichte um die zwei Schwestern mit einer einfühlsamen und poetischen Sprache, die sowohl die feinen Stimmungen ausleuchtet, als auch die expliziten und drastischen Momente dynamisch und schonungslos entblößt.
Dadurch wird AND THE RIVER DRAGS HER DOWN zu einem in sich hochgradig stimmigen und besonderen Roman, dessen Lektüre ich wirklich sehr genossen haben, und der es vermag, einen völlig der Realität zu entrücken und in sich aufzunehmen. Tod, Verlust, Trauer, erste Sehnsucht und Verliebtsein, Coming of Age, die Bürde des Erwachsenwerdens, Verantwortungsdruck, Zuneigung, Rache, Selbsterkenntnis und Neuanfang. All das sind wichtige Punkte dieser besonderen, manchmal melancholisch und schwermütigen, aber sehr bewegenden und lohnenswerten Geschichte, die ich wärmstens empfehlen möchte.
Und auch die Covergestaltung mit dem sich über den Farbschnitt rundum fortsetzenden Bild von Yejin Park ist eine Augenweide und passt einfach genial zu diesem Werk.