Ein unglaublich spannender, düsterer und historischer Kriminalroman, der mich einfach mitgerissen und sehr gut gefallen hat.
Es war das wundervoll winterliche Cover, das mich nach diesem Buch greifen ließ. Es sprang sofort ins Auge, passte super zu dieser kalten Jahreszeit und hat mich neugierig gemacht. Als ich das Buch dann öffnete und die Karte von Stockholm gesehen habe, konnte ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen.Die Geschichte an sich ist düster. Man wird konfrontiert mit einer Stadt, in denen die Menschen hungern und es durch den strengen Winter immer schwieriger wird Brennholz zu bekommen. Vor allem die Einwohner, die schon nicht viel Geld haben, werden schwer getroffen. Unter anderem auch die Waisen- und Straßenkinder, die oft wie den letzten Dreck behandelt werden. Deswegen mochte ich Mika auch so sehr. Sie ist erst zwölf, aber schon unglaublich erwachsen für ihr Alter. Sie versucht für die anderen Kinder im Waisenhaus da zu sein, kennt ihren Platz in der Gesellschaft, aber lässt sich nicht unterkriegen. Ich mochte sie sehr, weil sie eine sehr sanfte Art hat, was aber nicht heißt, dass man sie unterschätzen sollte. Sie bekommt einfach alles mit und ist ständig auf der Hut, was zu einigen schönen Überraschungen führt. Mika habe ich ins Herz geschlossen und ich hoffe, noch viel mehr über sie zu erfahren.Valdemar Hoff, der Kommissar, wirkte auf mich sympathisch. Er hat Respekt für Mika und beutet sie nicht einfach aus. Es war schön mit den beiden durch das Stockholm von 1880 unterwegs zu sein und miträtseln zu können. Währenddessen zu merken, dass Mika ihm fast immer einen Schritt voraus ist, hat Spaß gemacht.Obwohl der Fall am Ende abgeschlossen ist, gibt es noch viele offene Fragen, sowohl zu Mika als auch über das Neugeborene, das im Waisenhaus abgegeben worden ist. Deshalb freue ich mich schon sehr auf den zweiten Teil, in dem wir hoffentlich mehr über die beiden erfahren werden.Insgesamt ein spannender, historischer Kriminalroman für Leser ab 10 Jahren. Die Geschichte ist ziemlich düster, was mir gut gefallen hat. Einerseits jagt man einen Mörder, andererseits bekommt man tiefe Einblicke in der sozialen Ungerechtigkeit der damaligen Zeit. Und mittendrin steht Mika, die eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe hat und eine geborene Geschichtenerzählerin ist. Meiner Meinung nach absolut lesenswert!