Auf den zweiten Teil von The Wind Weaver habe ich mich sehr gefreut und war neugierig, wie die Geschichte nach der Schlacht von Caeldera weiter geht. Der Einstieg in das Buch hat mir richtig gut gefallen. Durch die Art, wie man als Leser Rhyas neuem Alltag in den Überbleibseln von Caeldera folgt, wurde ohne viele Worte deutlich, wie viel Zeit vergangen ist, aber gleichzeitig kehrt man schnell in die Welt zurück. Ich fand vor allem die Charakterentwicklung von Rhya zwischen Band 1 und 2 total bemerkenswert und auch sehr glaubwürdig dargestellt. Sie ist nicht mehr die selbe junge Frau von damals, sondern hat einiges erlebt, muss mit den Folgen kämpfen und scheint erwachsen geworden zu sein. Penn hingegen geht auf seine ganz eigene Art mit dem Erlebten um, was die beiden auseinandettreibt.
So landet Rhya in Hylios, der Hauptstadt des Königreichs von Soren, dem Windverbliebenen. Ich fand es toll, dass man durch diesen Handlungszweig so viel mehr von dieser Welt kennen lernt und die bildgewaltigen Beschreibungen der Stadt haben mir gut gefallen. Schön fand ich auch, dass sich die Handlung nicht nur von Kampf zu Kampf gehangelt hat, sondern dass Rhya zwischendurch auch viel Zeit hatte, in Hylios anzukommen, die Stadt und vor allem Soren kennen zu lernen und einfach mal im Moment zu leben, wobei es trotzdem nie langweilig wurde. Allgemein hatte ich das Gefühl, beim Lesen richtig gute Laune zu bekommem, während ich den ersten Band deutlich düsterer in Erinnerung habe. Insgesamt finde ich das World Building absolut gelungen, man konnte sich gut in die Welt hineindenken.
An ein paar Kleinigkeiten bin ich beim Lesen hin und wieder hängen geblieben: Während langer Gespräche waren die Erläuterungen dazu, was die Personen währenddessen tun oder wo sie sich überhaupt befinden, mir manchmal zu kurz. Und bezüglich der Zeitangaben in der Zeit vor der Hochzeit, war ich mehr als einmal verwirrt, da es immer wieder hieß, Rhya wäre seit drei Wochen am Wasserhof, wobei zwischen diesen Aussagen eigentlich Tage oder fast Wochem verstrichen sein müssten.
Der Beziehung zwischen Rhya und Soren wurde im Buch viel Zeit eingeräumt und mir hat gut gefallen, wie Rhyas Sorgen und Gefühle beschrieben wurden, vor allem auch ihre Zwiegespaltenheit zwischen Soren und Penndefyre. Gleichzeitig fand ich die Gefühle, die Soren scheinbar schon für Rhya entwickelt hatte, bevor die beiden sich richtig kennen gelernt hatten, schon sehr extrem. Wobei das vielleicht auch Sinn macht, wenn man bedenkt, wie lange er schon allein durch die Welt geht. Insgesamt fand ich den Fokus auf das Emotionale aber sehr lesenswert und ich bin während der Geschichte ganz klar zu Team Soren gewechselt.
Nach dem wirklich fiesen Cliffhanger am Ende kann ich jetzt nur noch vorfreudig auf Band drei warten. Trotz der kleinen Schwächen hat mich das Buch absolut überzeugt und bekommt wohlverdiente 5 Sterne von mir.