"Ein weites Leben" ist eine Hommage an das Leben in all seinen Farben.
Wir begleiten Matthew McBride, der bei einem tragischen Unfall seinen Vater und seinen älteren Bruder verliert. Auch Matt selbst wird schwer verletzt und kämpft sich mühsam zurück ins Leben. Doch als das Schicksal ein zweites Mal mit voller Härte zuschlägt und alles verändert, muss er lernen, mit Schuld, Verantwortung und Verlust umzugehen. Wird es für ihn jemals wieder Glück geben? Und darf er dieses Glück überhaupt annehmen?
M. L. Stedman erzählt eine berührende Geschichte über Liebe, Familie, Zusammenhalt und die Kraft, trotz schwerer Schicksalsschläge nach vorne zu blicken. Dabei vermittelt sie wichtige Werte, ohne jemals belehrend zu wirken.
Man begleitet eine Farmerfamilie in Westaustralien über viele Jahre hinweg und fühlt sich schon nach wenigen Seiten als Teil ihres Lebens.
Besonders beeindruckt hat mich die emotionale Tiefe des Romans. Die Figuren wirken authentisch und vielschichtig, sodass man mit ihnen leidet, hofft und sich gemeinsam mit ihnen über kleine und große Glücksmomente freut.
Auch der Schauplatz hat mich begeistert. Die detailreichen Beschreibungen der Landschaft Westaustraliens lassen die unendliche Weite förmlich spürbar werden. Beim Lesen hatte ich häufig das Gefühl, selbst dort zu sein - ein echtes Kopfkino.
Der Schreibstil ist angenehm schlicht und leicht zugänglich, wodurch der Einstieg mühelos gelingt. Lediglich die Grammatik wirkte an einigen Stellen etwas holprig. Hier hätte ich mir ein sorgfältigeres Lektorat gewünscht.
Fazit: "Ein weites Leben" - ein bewegender und emotionaler Roman über Verlust, Hoffnung, Liebe und die kleinen wie großen Entscheidungen des Lebens. Ein Buch, das daran erinnert, den Blick nach vorne niemals zu verlieren.