Das Buch "Fliegt, wilde Schwäne" der chinesischen Autorin Jung Chan hat alles, was ein gutes Buch ausmacht. Besonders sprechen die vielen persönlichen Fotografien an. Das Buchcover ist schlicht aber eindrucksvoll gestaltet, symbolisieren doch die Schwäne das Leben in China als solches. Hätte das Buch noch ein Lesebändchen, wäre es perfekt.
Die Autorin beschreibt das Leben in China während der Kulturrevolution über die zaghafte Öffnung des Landes bis zum heutigen Tag, da man glaubt, wieder in der Mao-Ära gelandet zu sein, äußerst authentisch und anschaulich.
Da solche Äußerungen und Beschreibungen im autokratischen Land nicht erwünscht sind, muss Jung Chang sehr vorsichtig recherchieren und das Buch im Ausland veröffentlichen. Jegliche Kritik an den Machthabern und politische Recherchen sind verboten und werden bestraft. Die Autorin ist britische Staatsbürgerin, muss aber um ihre Familie fürchten, der staatliche Repressalien drohen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut und flüssig lesbar. Es macht große Freude, so viel über ein abgeschottetes Land zu erfahren, wenn auch die heutigen Ereignisse alles andere als freudvoll sind.
Alles in allem ist dieses Buch sehr informativ und wertvoll.