Da mein Freund und ich uns erst vor kurzem angefangen haben, mit dem Fermentieren auseinanderzusetzen, kam dieses Buch genau zur richtigen Zeit! Die grafische Aufmachung ist wirklich schick gestaltet und das Cover wirkt sehr hochwertig mit den in das Cover fühlbar hineingeprägten Schrift- und Fotoelementen! Die Fotos sehen zudem alle sehr ästhetisch aus und veranschaulichen die informativen Texte super.
Meines Erachtens ist das Buch perfekt für Einsteiger in das Thema Fermentation geeignet, da es von der Theorie und den Basics, über ausgefallenere Fermente hin zu Rezeptideen, für die man die Fermente verwenden kann, wirklich alles abdeckt. Vor allem regt es einen dazu an, mit fermentierten Lebensmitteln zu experimentieren und kreativ zu werden. Mir war vorher gar nicht klar, wie vielfältig Fermentation sein kann und dass man neben Rotkohl, Sauerkraut, Kimchi und Kombucha eben auch z.B. weiße Bohnen, Haferflocken oder Erdbeeren fermentieren kann! Das Buch zeigt sehr schön auf, dass der Kreativität hier eigentlich keine Grenzen gesetzt sind.
Ein paar negative Punkte sind mir aber dennoch aufgefallen. Da das Buch von der Gründerin der Firma Lieblingsglas geschrieben wurde, sollte man sich bewusst machen, dass das Buch natürlich auch ein bisschen Eigenwerbung für Lieblingsglas und deren hübsche, aber verhältnismäßig teure Produkte ist. Ein Weckglas tut es beim Fermentieren genauso wie ein Ripple Mason Jar. Und statt eines Stampfers kann man auch seine sauberen Hände verwenden. Schade, dass solche Alternativen nicht aufgezeigt werden. Das hätte auf mich etwas ehrlicher und sympathischer gewirkt.
Bei ein paar wenigen Fermenten waren mir die Anweisungen etwas zu ungenau. Beispielsweise musste ich bei den weißen Bohnen nochmal im Internet nachrecherchieren, ob das ganze auch mit Dosenbohnen funktioniert bzw. ob diese im Rezept gemeint sind. Beim Coconut Cult habe ich mich gefragt, ob man statt eines Päckchens Joghurtkulturen nicht auch einen Esslöffel Supermarkt-Joghurt verwenden könnte, da ich ähnliches schon mal woanders gelesen hatte.
Zur gesundheitsförderlichen Wirkung von Fermenten hätten mir zudem auch noch ein paar ausführlichere und wissenschaftlichere Absätze im theoretischen Teil des Buchs gefallen.
Mein Fazit: Wer sich von der Eigenwerbung nicht beirren lässt, bekommt hier ein wunderschön gestaltetes Buch mit tollen Ideen. Es nimmt die Berührungsängste vor dem Thema Fermentation und zeigt, wie vielseitig dieses alte Handwerk eigentlich ist. Als motivierendes Einsteigerwerk ist es absolut empfehlenswert - auch wenn man das beworbene teure Equipment nicht zwingend braucht, um erfolgreich zu fermentieren.