Als Leserin begleitete ich die Familie Kaiser nun in den letzten Tagen des 2. WK und der ersten Zeit danach. Im Fokus dieses Bandes stehen nicht Frieda und Max, sondern deren Nichte Lotte.
Lotte ist eine junge Frau von 19 Jahren und erkennt immer mehr, wie falsch Hitlers Führung war sowie das, was sie in der Hitlerjugend alles gelernt hat. An einem der letzten Bombardierungstage sucht sie mit ihrer Mutter verzweifelt Schutz. Als dieser vorbei ist, begeben sie sich auf die Suche nach ihrer übrigen Familie. Einige finden sie in der teils zerstörten Schokoladenfabrik, andere befinden sich an der Front oder sind verschollen.
Als Deutschland den Krieg verloren hat, besetzen die Russen Dresden. Mitten unter ihnen ist Alexei, ein junger Offizier auf der Suche nach Gott. Gleichzeitig trägt er einen tiefen Hass auf die Deutschen in sich, die Schuld am Tod seiner gesamten Familie sind.
Als Lotte und Alexei aufeinandertreffen, wird er für sie zur Rettung. Es entsteht eine Freundschaft zwischen ihnen, die in Liebe mündet. Hat diese überhaupt Bestand und wird sie die vorhandenen Bürden überdauern?
Ich liebe Sylvias Schreibstil. Klar, flüssig und lebhaft schreibt sie ihre Geschichten. Die Zeit, die sie beschreibt, und auch die Landschaft, Gegend und Häuser schildert sie gut recherchiert und detailliert, sodass ich mich beim Lesen regelrecht fühlte, als wäre ich mittendrin.
Den Glauben an Gott hat sie völlig unaufdringlich und doch gut spürbar in die Geschichte eingewoben. Authentisch und selbstverständlich daher kann ich ihre Bücher, vor allem dieses hier, von Herzen weiterempfehlen.