In die Schweiz Roman von Emma Cline . Erscheinungsdatum 08.09.2026
Verlag Vermilion Seitenzahl 352
Autorin von The Girls, Die Einladung und weiteren Büchern.
Emma Clines erster Roman erscheint vor 10 Jahren , The Girls bei Hanser . The Girls schafft es auf die Shortlist für den First Novel Prize des Center for Fiction und gewinnt den Shirley Jackson Award. 2017 . Da ich von the girls begeistert war , war ich gespannt auf In die Schweiz.
Schnell stelle ich fest, dass dieser neue Roman so gar nicht ihrem bisherigen Werk gleicht. Dieses mal ist der Protagonist männlich, David Hastings, 70 + Jahre alt , reich geworden durch seine bisherige geschäftliche Tätigkeit
Wir begleiten ihn in einem Privatjet Richtung London , und bald wird klar, was er an seinem endgültigen Ziel in der Schweiz vorhat.
Begleitet wird er von meist dem Jungen genannten Coby, der sich , zunehmend Tag und Nacht um David kümmert. Immer deutlicher wird , dass sich David einer fortschreitenden Demenz stellen muss.
Im folgenden führt uns Emma Cline immer rasanter und geradezu atemberaubend in die Welt eines Mannes , der sich entschieden hat, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Die Mischung zwischen immer schwerer fallender Wahrnehmung der Realität, Erinnerungen an die Kindheit, Szenen aus dem Geschäftsleben und Begegnungen , z.B. mit Tochter Rebecca oder dem Freund aus der Kindheit Tom scheint uns mitten in den Kopf von David hineinzuführen. Grandios unterstützt die Textstruktur dieses Feuerwerk von Szenen, Gedankensplittern und Abschweifungen. Absätze mit wenigen Zeilen im Erzählstrang spiegeln exakt den Textinhalt.
Meisterhaft führt uns Emma Cline in das Finale der Reise.
Cody bleibt etwas blass, auch wenn angedeutet wird, dass Geld für ihn durchaus eine Rolle spielt.
Ein schweres Thema, meisterhaft umgesetzt, mitreißend geschildert. Immer wieder spiegel ich beim Lesen meine Gedanken zu diesem Thema und bin hin und her gerissen zwischen um Gottes willen und dann auch tröstlichen Passagen.
Unbedingt lesenswert, auch für junge Menschen!