Schwere Kost ab 8 Jahren: Fragwürdige Verklärung harter Zugarbeit, zäher Stil und unvorbereitete Gewalt an Tieren. Traurige 2 von 5 Sternen.
Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch nicht überzeugen konnte. Der Schreibstil wirkt für ein Kinderbuch ab acht Jahren recht langatmig und liest sich eher wie ein Bericht als eine packende Erzählung. Das macht es Kindern mit kürzerer Aufmerksamkeitsspanne schwer, dranzubleiben. Schön war es immerhin, dem Welpen beim Heranwachsen zuzuschauen.Was mich massiv gestört hat: Es wird dargestellt, als würden die Hunde es lieben, schwere Lasten zu ziehen und für den Menschen zu schuften. Das ist reine Vermenschlichung - der Mensch hat sich die Tiere untertan gemacht, wilde Hunde kämen bestens allein klar. Auch dass Hunde im Sommer auf Inseln ausgesetzt werden, damit sie nicht weglaufen, und sie das angeblich toll finden, halte ich für sehr zweifelhaft. Zudem ist die Behauptung, ohne ständigen Tiertausch würden Tiere sofort krank oder missgebildet, wissenschaftlich längst widerlegt.Der Abschnitt, in dem die weißen Männer auftauchen, ist zwar historisch authentisch und schonungslos ehrlich, da genau so rücksichtslos mit indigenen Völkern und Tieren umgegangen wurde. Aber: Das Tierleid und die Gewalt haben mich emotional extrem mitgenommen. Wer bei gequälten oder getöteten Tieren schnell abrutscht, braucht hier unbedingt eine Content Note / Triggerwarnung! Für ein Kinderbuch ist das ohne Vorwarnung viel zu heftig. Der Sachteil am Ende ist zwar ganz nett, verzichtet aber leider komplett auf Quellenangaben. Ernüchterte 2 von 5 Sternen.