Eine junge Frau bewirbt sich intern auf eine neue Stelle und wird das nächste Jahr als sogenannte Brücke einem Menschen aus der Geschichte dabei helfen, sich in der jetzigen Zeit einzuleben. Graham Gore war 1857 auf einer Arktis-Expedition und wurde mithilfe einer Zeitmaschine vor dem Erfrieren gerettet. Neben Gore gibt es noch eine Handvoll anderer Personen aus unterschiedlichen Epochen, die nun in London leben sollen.
Die Hauptprotagonistin, deren Namen wir nie erfahren, und Gore versuchen, ihren gemeinsamen Alltag zu leben, und freunden sich dabei langsam an. Gleichzeitig verschwindet im Ministerium ihr Vorgesetzter und die Vorkommnisse fangen an, sich zu überschlagen.
Ich fand das Buch auf eine erfrischende Art anders. Besonders schön fand ich die Kapitel zu Graham Gores früherem Leben, die genauso durchnummeriert waren wie die aus London, nur mit römischen Ziffern. Einige der Erlebnisse aus dieser Zeit haben tatsächlich so stattgefunden und somit bekommt man als Lesender ganz nebenbei auch einen Einblick in die Geschichte.
Auch die anderen Expats fand ich sehr spannend und es hat mir Freude bereitet, ihre Interaktionen miteinander zu erleben. Graham Gore macht im Laufe der Geschichte eine schöne Entwicklung durch und auch die Hauptprotagonistin findet langsam ihren eigenen Weg.
Der Schreibstil war sehr angenehm und bildhaft, wobei auch die Ich-Perspektive gut zur Geschichte gepasst hat. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass das Buch langweilig werden würde. Im Gegenteil: Ich hätte auch nichts gegen ein oder zwei weitere Kapitel gehabt.
Das Ende war ein kleiner Cliffhanger, der für mich aber gut zur Geschichte gepasst hat und die Handlung schön abrundet.
Ich kann nachvollziehen, warum Barack Obama das Buch auf seiner Summer Reading List aufgeführt hat. Das Ministerium der Zeit ist ein sehr schön geschriebenes und ungewöhnliches Buch, das historische Elemente, Zeitreise und einen Roman auf interessante Weise miteinander verbindet.
Ich empfehle es gerne allen, die Romane mit historischem Touch lesen möchten und dabei Lust auf eine etwas andere Geschichte haben.