Nach dem Überfall auf Cintra ist Cirilla, genannt Ciri auf der Flucht vor einem mysteriösen Ritter mit den Flügeln eines Raubvogels am Helm. Die Erinnerungen verfolgen sie bis in ihre Träume und beruhigen kann sie dann nur die Anwesenheit von Geralt, dem weißen Wolf, seines Zeichens Hexer und Ciri¿s Vorherbestimmung. Endlich ist der Leser in der eigentlichen Hexer - Saga angekommen, die als Vorlage für die Netflix Serie dient und wenn man wie ich mit der Serie gestartet ist, wird man natürlich vieles wiedererkennen. Hier liegt es in der Natur der Sache, das Einiges für die Serie angepasst und abgeändert wurde und ich war sehr gespannt, wie die Geschichte in der Literaturvorlage erzählt wird. Hätte ich die Serie nicht gekannt, hätte mich die Erzählung von Sapkowski zum Fan gemacht. Ich bin begeistert von der mystischen Welt, die er in hier erschafft und der epischen Geschichte, die er rund um Geralt, Ciri und Yennefer erzählt. Ich mag es sehr, wie er Figuren aus anderen Geschichten und Märchen in sein Universum einbaut. Dem Leser begegnen Zwerge, Elfen, Magier, Hexer und natürlich diverse Monster, Ungeheuer und eine mitellalterlich anmutende Welt in der Königreiche miteinander konkurieren, Ehen mit Kalkül geschlossen werden und Bündnisse, die heute noch Schutz bieten, morgen schon der Vergangenheit angehören. Im Mittelpunkt all dieser Wirren steht Ciri, die Thronerbin von Cintra, das Löwenjunge. Nach ihr suchen die verschiedensten Gruppierungen, die Gründe dafür lernt der Leser im Lauf der Geschichte kennen.Mit "Das Erbe der Elfen" taucht man tief ein in die Welt des Hexers, man lernt ihn und Ciri besser kennen und es werden noch weitere wichtige Figuren eingeführt. Sehr viel Raum nimmt Ciris Aufenthalt im Stammsitz der Hexer ein und auch ihre Zeit im Tempel, in der Yennefer ihre Ausbildung übernimmt. Es ist sehr schön zu lesen, wie hier die Beziehung zwischen den Beiden beginnt und ich finde, dass das der Geschichte und den Figuren eine gewisse Tiefe gibt. Mich hat dieser erste Band der Saga sofort in seinen Bann gezogen, Sapkowskis Art vom epischen Kampf Gut gegen Böse zu erzählen ist mitreißend und humorvoll, aber gleichzeitig auch mahnend und emotional, an vielen Stellen fühlte ich mich an Ereignisse unserer eigenen Geschichte erinnert.