"Verdammtes Marseille" hat mich von der ersten Seite an in eine andere Welt gezogen. Man spürt beim Lesen sofort, dass die Autorin sich intensiv mit der Zeit und dem Schauplatz beschäftigt hat das Marseille der 1920er Jahre wirkt lebendig, rau und gleichzeitig faszinierend. Der Hafen, die Gassen, die Mischung aus Armut, Macht und unterschwelliger Gewalt all das erzeugt eine ganz besondere, fast greifbare Atmosphäre.
Besonders beeindruckt hat mich die Figur des Célian Clary. Er ist kein klassischer Ermittler, sondern eine vielschichtige, ambivalente Persönlichkeit, die einen sofort in ihren Bann zieht. Man spürt, dass in ihm mehr vorgeht, als er zeigt, und genau das macht ihn so spannend. Auch Claire Arnaud fand ich sehr gelungen klug, feinfühlig und mit einer ganz eigenen Stärke, die sich erst nach und nach entfaltet.
Der Kriminalfall selbst ist düster und beklemmend, ohne reißerisch zu wirken. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf, und die Geschichte bleibt bis zum Schluss unvorhersehbar.
Für mich eine perfekte Mischung aus historischem Roman und Krimi mit starkem Noir-Flair. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung!