Wie wird man eine erfolgreiche Tradwife? Natalie Heller Mills hat das geschafft. Sie war schon immer sehr religiös, folgsam und konservativ, eine Außenseiterin zu Schulzeiten, bis sie heiratete und anfing, ihr idyllisches Farmleben auf Instagram zu inszenieren, da wurde sie plötzlich bewundert.
Eine romantische Ranch, ein fotogener Mann, fünf süße Kinder, eine brave Kuh und lustige Hühner, wer möchte das nicht? Die Follower staunen, während Natalie Brot backt, die Kuh melkt oder Blumenkränze auf Mädchenköpfe setzt. Die Kasse klingelt auch, aber was das alles wirklich kostet, erfährt die Welt nicht. Und dann, quasi über Nacht, sind alle Kameras verschwunden, der elektrische Strom auch und Natalie erkennt ihre Familie nicht mehr. Was ist bloß passiert?
Yesteryear ist ein ganz eigenes Buch, ein Buch, das sich liest wie im Flug und das Rätsel aufgibt, bei denen jede denkbare Erklärung seltsam ist. Es ist ein bitterböses Buch, das unterhaltsam an so manch aktuellem Thema kratzt, vom Schein schöner Instagram-Auftritte, über religiösen Eifer und rückwärtsgewandte Familien-Ideale, Verschwörungstheorien und Feminismus in unterschiedlichsten Spielarten bis hin zu Profitgier um jeden Preis.
Es ist höchst unterhaltsam, bissig und erstaunlich, ich muss jetzt unbedingt die Verfilmung sehen.