Christian Henzes Küche mag ich gern, auch wenn ich sie oft zu aufwändig und etwas drüber finde zum Selbstkochen. Sein Airfryer Backbuch hat mich dennoch enorm angezogen, nicht zuletzt, weil Henze hier tatsächlich mit meiner heißgeliebten Cosori arbeitet!
Der kleine Theorieteil ist informativ und lehrreich. Dann geht es auch schon los mit den Kapiteln Schnelle Snacks für jeden Tag; Brote und Brötchen; Kuchen und Torten; Süße Kleinigkeiten; Knusprige Extras. Selbstredend geht es hier um kleinere Gebäckstücke für die kleine Runde, nicht für eine ganze Kaffeetafel. Wer wie mein Mann und ich die Abwechslung liebt, wird bald am liebsten mit dem Airfryer backen. Kleine Mengen sind schneller weg, umso schneller gibt es wieder frische Leckereien.
Schade finde ich, dass die Arbeitsschritte im Fließtext gehalten sind, nur durch farbige Punkte getrennt. Mein Auge orientiert sich lieber an Abschnitten, gern auch nummeriert. Dagegen ist sehr angenehm, dass die Zutaten bei den Anweisungen fett gedruckt sind. Nährwerte findet man keine, dafür schön ordentlich untereinander Zubereitungszeit, Temperatur, Backzeit und benötigtes Zubehör. Etwas schwierig und ungünstig finde ich, etwas noch warm zu servieren, wenn ich es auf zwei Chargen backen muss und die Backzeit 30 Minuten beträgt.
Die Rezepte sind atemberaubend! Wirklich an alles ist gedacht. Die Snacks sind fast schon Standard, doch Henze gibt ihnen das gewisse Extra. Bei Brot und Brötchen gerate ich geradezu ins Schwärmen. Und wer hätte denn geglaubt, dass man eine ganz neue Art Schwarzwälder Kirsch oder Donauwelle im Airfryer machen kann? Bei den süßen Kleinigkeiten habe ich mich in den Bienenstich verliebt, der ganz ohne Pudding auskommt und eine gemeingefährlich leckere Creme mit Mascarpone enthält. Die knusprigen Kleinigkeiten sind teilweise deftig statt süß und insgesamt nicht ganz meins, aber für ein Buffet oder den Spieleabend oft ideal. Die Anweisungen sind gut verständlich und die Zutaten weitestgehend bodenständig und gut im örtlichen Supermarkt zu bekommen. Der Arbeitsaufwand ist teilweise nicht wirklich minimal, doch lohnt er sich immer.
Insgesamt ein tolles Buch, das sich auch prima zum Verschenken eignet, wenn der Beschenkte ein wenig Backerfahrung hat. Ich gebe abzüglich meiner Kritikpunkte vier Sterne.