"Sieh mal, ich habe sehr lange gelebt, ich habe alles gesehen, was ich sehen wollte, ich habe alles getan, was ich tun konnte, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Freundlichkeit das Wichtigste überhaupt ist und der Welt am deutlichsten fehlt."Harold ist 19 Jahre alt und fühlt sich nirgends richtig zugehörig oder verstanden. In seiner Freizeit inszeniert er gerne ¿ sehr zum Leidwesen seiner Mutter ¿ Selbstmorde, schaut beim Abriss von Häusern zu oder besucht Beerdigungen. Bei einer solchen lernt er die 79-jährige Maude kennen. Harold ist fasziniert von der lebenslustigen Dame und ihren unkonventionellen Ideen, sodass sich zwischen den beiden sehr schnell ein zartes Band der Freundschaft bis hin zu einer bewegenden Liebesgeschichte entwickelt.Wenn es nicht schon eine kongeniale Filmadaption dieses Romans gäbe, würde ich mir wünschen, dass Wes Anderson sich dieser Geschichte annimmt. Denn diese wundervolle, tragikomische Erzählung hat eine sehr ähnliche Stimmung und Erzählweise wie seine Filme: skurrile Figuren und Dialoge, etwas leicht Morbides und Verrücktes, ganz viel Charme, noch mehr Herz und wahrscheinlich eines der ungewöhnlichsten Liebespaare der Literaturgeschichte.Mit seinem speziellen Humor ist "Harold und Maude" von Colin Higgins sicher nicht für jede*n etwas. Mich hat die Geschichte jedoch mitten ins Herz getroffen, zum Lachen gebracht und mit einigen klugen Zitaten bereichert, die nach über 50 Jahren seit der Erstveröffentlichung im Jahr 1971 heute vielleicht aktueller sind denn je. Wer gerne lebensbejahende Geschichten liest und vor exzentrischen, aber dennoch tiefsinnigen Handlungen nicht zurückschreckt, wird mit der Lektüre dieses wundervollen Buchs ganz viel Freude haben. ¿¿