Männer, die stolpern. Über sich selbst, über Erwartungen, über Alkohol, über das Leben. Ulrich Becher schickt sie los, nicht um Helden zu sein, sondern um zu scheitern manchmal leise, manchmal peinlich, manchmal mit Würde. Genau darin liegt der Reiz dieses schmalen, aber erstaunlich dichten Buches.
Sieben Geschichten, sieben Typen, sieben Arten, sich zu verrennen. Da ist viel Einsamkeit zwischen Rauchschwaden, Fracks und zu lauten Gedanken. Becher beobachtet genau, aber nie von oben herab. Seine Männer dürfen lächerlich sein, ohne bloßgestellt zu werden. Sie sind getrieben, ratlos, manchmal unerquicklich ehrlich. Beim Lesen entsteht dieses unangenehm vertraute Gefühl: Das könnte schiefgehen. Und zwar so richtig.
Der Ton schwankt gekonnt zwischen Melancholie und feinem Spott. Kein Klamauk, kein Pathos, sondern eine trockene, fast beiläufige Komik, die oft erst einen Satz später trifft. Manche Szenen wirken wie flüchtige Momentaufnahmen, andere bohren sich fest und bleiben hängen. Gerade weil nicht alles erklärt wird, entfalten die Geschichten ihre Wirkung.
Das ist Literatur, die nicht gefallen will, sondern etwas zeigt. Männliche Rollenbilder zerbröseln hier ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Fehler passieren, werden wiederholt, manchmal akzeptiert. Erlösung gibt es selten, Erkenntnis auch nicht immer. Aber Wahrhaftigkeit. Und die reicht völlig.
Ein Buch für Leser, die Zwischentöne mögen, Ecken schätzen und Figuren aushalten können, die keinen Beifall wollen. Nach dem Zuklappen bleibt kein großes Fazit, sondern ein stilles Nicken. Ja. So ist das wohl manchmal.