Ein Blick hinter die Ermittlungen
Cold Cases haben ihren eigenen Tiefgang, da es hier um Menschen geht, denen bisher keine Gerechtigkeit zugekommen ist. Weil es nicht genug Beweise gibt oder auch weil es zu einer Zeit passiert ist, in der noch keine Recherchemöglichkeiten wie jetzt zur Verfügung standen.
Hier begleiten wir den erfahrenen Ermittler und Autor Helmut Eigner. Er berichtet in diesem Buch von seinen spannendsten ungelösten Fällen aus 30 Jahren Arbeit. Dabei gibt er Einblicke in die Entwicklung von Gesellschaft und Kriminaltechnik. Er schildert die Herausforderungen seiner Ermittlungen und betont, wie wichtig es ist, die Opfer nicht zu vergessen.
Wir lesen 11 Fälle. Alle sind unterschiedlich in ihrer Tat und dem Vorgehen, doch was sie gemeinsam haben - es wurde kein Täter gefunden. Rund 20 bis 30 Seiten werden für jeden Fall eingenommen. Es wird die Tat selbst beschrieben, warum es damals nicht funktioniert hat und wie heute bzw. zu der ermittelnden Zeit doch noch Spuren gefunden wurden. Nicht immer kann man einen Fall komplett abschließen, aber man kommt einer Aufklärung näher.
Ich fand die Fälle gut beschrieben und auch für einen Laien verständlich. Der Autor ist ihnen mit Respekt begegnet und hat hier nichts ausgeschlachtet. Ja, er hat ein Buch veröffentlicht und wird dafür bezahlt. Dennoch finde ich es wichtig, dass man darüber aufgeklärt wird. Wie kann es dazu kommen und wie kann man mit heutigen Mitteln doch noch etwas erreichen? Zumindest, wenn nicht auch der mutmaßliche Täter schon verstorben ist.
Wer sich also für Cold Cases interessiert, findet hier ein gutes und respektvoll geschriebenes Buch dazu.
ISBN: 978-3455021240
Autor: Helmut Eigner
Verlag: Hoffmann
ET: 04.03.26
Umfang: 272 Seiten