Buchmeinung zu Helmut Eigner »Cold Cases«
»Cold Cases« ist ein True Crime Roman von Helmut Eigner, der 2026 bei HOFFMANN UND CAMPE erschienen ist. .
Zum Autor:
Helmut Eigner, geboren 1963, beginnt seine Laufbahn im gehobenen Polizeidienst beim damaligen Kommissariat 111 in München, heute K 11, zuständig für Mord- und Totschlagsdelikte. Er ist dort tätig bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2025, u.a. als Leiter einer Mordkommission. Seine intensive Beschäftigung mit Altfällen und eine hohe Aufklärungsquote brachten ihm den Beinamen Mister Cold Case ein.
Klappentext:
Helmut Eigner ist Pionier auf dem Gebiet der sogenannten Altfälle, die manchmal über Jahrzehnte nicht gelöst werden konnten. Ihn zeichnet eine hohe Aufklärungsquote aus, seine Expertise und seine Erfahrung werden in Polizeikreisen hochgeschätzt. In diesem Buch erzählt von seinen außergewöhnlichsten Cold Cases aus 30 Jahren. Auf höchst unterhaltsame, äußerst packende Weise schildert er, wie sich Gesellschaft und Kriminaltechnik über die Jahre verändert haben, an welche Grenzen er bei seiner Arbeit gelangt und warum er als Mordermittler das Leid der Opfer nicht in Vergessenheit geraten lassen will.
Meine Meinung:
Bisher waren mir Cold Cases nur als Vorlagen für normale Kriminalromane begegnet. Dieses Buch ist aber völlig anders. Es ist eher ein Sachbuch über die Arbeit der Ermittler an Altfällen. Anhand von meist kurz gehaltenen Beispielen werden seine Ideen verdeutlicht. Technologische Fortschritte und gesellschaftliche Entwicklungen wie die Abschaffung des Strafrechtsparagrahen 175, der gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Männern kriminalisierte, lieferten Ansätze für neue Ermittlungen. Beeindruckt haben mich die Ausführungen zur Motivation der Ermittler, die das Leid der Opfer im Auge hatten. Als besonders unangenehm empfindet der Autor die gesetzlich vorgeschriebene Löschung von Ermittlungsergebnissen, meist aus Gründen des Datenschutzes, die weitere Ermittlungen auf ewig verhindern. Überrascht hat mich die organisatorische Entwicklung bei Ermittlungen im Altfallbereich. Über die regionalen Beschränkungen, Entstehungen spezieller Einheiten, Vernetzung mit anderen Dienststellen, Problematiken durch reine Papierakten weiß der Autor äußerst spannend zu berichten. Auch ein Blick über Landesgrenzen hinweg liefert überraschende Einblicke. Für mich war es eine teilweise faszinierende Begegnung mit einer unbekannten Welt.
Fazit:
Dieses Buch hat mir in vielerlei Hinsicht Informationen aus dem Bereich der Cold Cases geliefert und mich dabei sehr gut unterhalten. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung für Menschen mit Interesse an diesem Bereich.