Nette Unterhaltung
"Eine halbe Ewigkeit" von Ildikó von Kürthy fand ich insgesamt ganz nett und unterhaltsam. Ich hatte von der Autorin bereits früher "Mondscheintarif" gelesen, das ist mir in so guter Erinnerung geblieben. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch.Auch hier beschäftigt sich Ildikó von Kürthy mit Themen wie Freundschaft, Beziehungen, Erinnerungen und der Frage, wie sich das eigene Leben und die Menschen darin im Laufe der Jahre verändern. Die Geschichte verbindet Gegenwart und Vergangenheit und zeigt, wie alte Erinnerungen plötzlich wieder Bedeutung bekommen können.Die Idee, sich mit vergangenen Entscheidungen und verpassten Chancen auseinanderzusetzen mochte ich. Gerade der Blick darauf, was aus Menschen und Beziehungen nach vielen Jahren geworden ist, fand ich interessant. Gleichzeitig gibt es humorvolle und teilweise auch nachdenkliche Momente.Allerdings war die Geschichte für mich sehr wellenförmig. Es gab Stellen, an denen ich richtig neugierig war und gerne weiterlesen wollte. Dazwischen gab es aber immer wieder Passagen, die ich als ziemlich platt oder öde empfunden habe. Dadurch konnte mich das Buch nicht durchgehend in seinen Bann ziehen.Im Vergleich zu "Mondscheintarif" hat es mich deshalb nicht ganz so abgeholt. Vielleicht liegt es auch daran, dass "Mondscheintarif" für mich stärker mit dem typischen Ildikó-von-Kürthy-Gefühl verbunden ist und mir damals besser gefallen hat."Eine halbe Ewigkeit" ist ein nettes, leicht zu lesendes Buch über Freundschaft, Vergangenheit und das Älterwerden. Es hat einige schöne und interessante Gedanken, konnte mich aber aufgrund der wechselnden Spannung und einiger eher platter Passagen nicht durchgehend überzeugen.