Mentha wächst nicht in eine gewöhnliche Familie hinein, sondern findet ihren Platz in der Welt auf eine ganz eigene Weise. Sie lebt in enger Verbindung zur Natur und zu den Tieren, hört Dinge, die anderen verborgen bleiben und nimmt ihre Umgebung mit einer Aufmerksamkeit wahr, die sofort auffällt. Diese besondere Wahrnehmung prägt ihr Leben und die ganze Geschichte.
Zu Beginn hält Mentha sich für ein ganz normales Mädchen. Florentin, der Mann, bei dem sie aufwächst, begegnet ihr mit Geduld, Offenheit und stiller Bewunderung. Er lässt sie einfach sein, wie sie ist. Diese Art hat mich tief berührt. Er gibt ihr die Freiheit, sich selbst zu entdecken und schafft dabei eine Art sicheren Hafen, der in der Geschichte immer spürbar bleibt.
Draußen in der Welt zeigen sich aber schnell die Grenzen, die Gesellschaft setzt. Normen und Erwartungen drängen und es wird spürbar, wie schwer es ist, anders zu sein. Mentha spürt, dass sie nicht in alles hineinpasst und trotzdem beweist sie, dass sie ihren Weg gehen kann. Sie lernt, dass ihre Andersartigkeit keine Schwäche ist, sondern eine Stärke, die ihr erlaubt, Dinge zu sehen und zu erleben, die andere übersehen.
Die Reise, auf die Mentha geht, verbindet Tiere, Botschaften und eine märchenhafte Welt, die gleichzeitig glaubwürdig wirkt. Für mich liegt der tiefere Sinn dieser Geschichte darin, uns daran zu erinnern, wie wertvoll das Kleine, das Schöne und das Gute in unserem Alltag ist. Dass wir wieder lernen können, genauer hinzuschauen, zu hören und wahrzunehmen, was oft verborgen bleibt. Was dieses Buch so besonders macht, ist die Mischung aus Ruhe und Tiefe. Die Autorin schenkt dem Leser Vertrauen, erklärt wenig und erschafft eine Welt, die gleichzeitig vertraut und geheimnisvoll wirkt. Alles wird ernst genommen Mentha, Florentin, die Tiere, die Natur und die Gefühle und gerade deshalb bleibt die Geschichte lange im Herzen.
Für mich ist es eine Geschichte über Mut und Selbstvertrauen und über das Staunen über die kleinen Wunder, die uns überall umgeben. Eine Geschichte, die still beginnt und leise viel erzählt.