Nabelschau einer introvertierten Mutter mit gestörter Beziehung zu ihrer erwachsenen Tochter
Wie dieses Buch den deutschen Preis der Leipziger Buchmesse gewinnen konnte ist mir ehrlich schleierhaft. Die Geschichte ist belanglos und völlig unglaubwürdig. Eine Frau, depressiv und grenzwertig autistisch, die selbst nur 20h als Bibliothekarin arbeitet, keine Hobbies und keine Freunde hat und auf einer schnarchigen Nordseeinsel wohnt, will dass ihre Tochter Karriere macht. Sie ist eigentlich arm aber verschenkt ein Designersofa für 1000 EUR. Sie schläft mit dem Nachbarn, redet aber tagelang nicht mit ihm. Ich war von Anfang bis Ende genervt von der Protagonistin: sie schweigt sich von Seite zu Seite aber wundert sich, dass ihre Tochter "nicht mit ihr redet." Ich wollte sie ständig nur schütteln. Zwischendurch, wie mit dem Salzsstreuer eingeworfen, gesellschaftskritisches Geschwurbel zu Greenwashing und Last von alleinerziehenden Müttern. Und natürlich, Drama Baby, noch der Tod ihrer Jugendliebe und Vater ihrer verkopften Tochter, dem sie nach 20 Jahren immer noch nachtrauert. Mich hat der Roman wenig überzeugt, ich habe für die wenigen Seiten fast genauso lange gebraucht wie für ein 1000 Seiten Mittelalterepos, weil eben so gut wie gar nichts passiert. Leider keine Empfehlung, es sei denn man findet Gefallen an Selbstmitleid, Melancholie und depressiven Stimmungen.