Cover:Das Buchcover finde ich von der Gestaltung her gelungen. Die Farben und das gezeichnete Motiv vermitteln eine düstere, einsame Stimmung. Das Zeichnung selbst zeigt das Moor, die Spiegelung der kahlen Bäume im Wasser könnte in Bezug auf die Handlung darauf hindeuten, dass jede Geschichte zwei Seiten hat.Handlung:1990, im schwedischen Stenträsk: Ein Säugling wird mitten im Moor gefunden. Das Baby ist übersät von Insektenstichen und überlebt knapp. Von Mutter Helena fehlt seitdem jede Spur. Ist sie tot? Auch 30 Jahre später ist Polizeichef Wiking, Helenas Mann, nicht über den Verlust hinweg. Dann taucht ein Brief in Helenas Handschrift. Steckt tatsächlich Helena dahinter, oder sieht Wiking Gespenster und bedroht jemand ihn und seine Familie?Schreibstil & Buchaufbau:Die Handlung des Buchs entfaltet sich auf mehreren Zeitebenen. Stück für Stück setzt sich so die ganze Geschichte zusammen. Zudem hat die Autorin zwei Perspektiven gewählt: Im ersten Teil des Krimis wird die Geschichte aus Wikings Blickwinkel erzählt; im zweiten Teil aus dem von Helena.Der Schreibstil der Autorin ist spannend, gleichzeitig relativ nüchtern und wirkt auf mich manchmal distanziert. Vielleicht liegt das aber auch daran, wie sie ihre Figuren angelegt hat. Teilweise ist der Schreibstil auch sehr eindringlich und unheimlich, sodass man eine Gänsehaut bekommt. Bei den Beschreibungen im Prolog, in dem das Baby im Moor gefunden wird, ist mir nämlich so ergangen. Charaktere:Das Buch ist (neben Prolog und Epilog) in zwei Teile gegliedert: Teil 1 handelt von Wiking, Teil 2 von Helena. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl anderer Charaktere, die im Laufe der Geschichte vorkommen, aber Wiking und Helena sind die zwei zentralen Figuren.Wiking kommt ursprünglich aus Stenträsk, lernt Helena in Stockholm während seiner Polizeiausbildung kennen und kehrt schließlich mit ihr wieder in seine Heimat zurück. Er gründet eine Familie mit ihr. Der Verlust seiner Frau vor 30 Jahren hat ihn schwer getroffen. Seitdem dürfte er sich sehr zurück gezogen haben und mehr ein Einzelgänger zu sein, der niemanden so richtig an sich heranlässt. Auch seinen Kindern und seiner Mutter gegenüber wirkt er distanziert.Im Laufe des Buchs erfährt man auch Helenas Geschichte.Achtung Spoiler: Helena ist nämlich nicht die, für die sie sich ausgibt. Sie führt ein Doppelleben, welches auch Grund für ihr Verschwinden ist. Helena ist eine (willens)starke Frau, die ihre Ziele mit Präzision und Kalkül verfolgt. Schön finde ich bei ihrer Charakterdarstellung, dass ihr das Verschwinden (welches nicht von ihr geplant war) auch zugesetzt hat, sie bekommt dadurch eine menschlichere Note aus meiner Sicht. Meinung & Fazit:"Das kalte Moor" ist der 2. Band der Polarkreis-Trilogie und kann meiner Meinung mach gut ohne Vorwissen zum 1. Band gelesen werden. Für mich war dieses Buch das Erste, das ich von der Autorin gelesen habe.Die Geschichte ist grundsätzlich sehr spannend und auch wendungsreich, sodass man wissen möchte, wie es weitergeht. Es gibt nämlich viele Handlungsstränge, die miteinander zu tun haben und die Neugier beim Lesen entfachen. Vollständig abgeholt hat mich der Kriminalroman leider dennoch nicht, sodass ich dem Buch zwiegespalten gegenüberstehe. Vielleicht liegt es am Schreibstil, der für meinen Geschmack etwas distanziert war, oder an der großen Wendung ca. in der Mitte des Buches, die mit Helena zu tun hat. Anhand des Klappentexts hätte ich mir die Geschichte jedenfalls anders erwartet. Für Fans von Nordic Noir Büchern dennoch eine Empfehlung.