Das Buch ist eine kreative Explosion, die nahtlos an den Vorgänger anschließt. Selbst Vorwort und Klappentext passen sich in die surreale Zukunftsvision ein, von den "Allgemeinen Lesebedingungen" bis hin zur satirisch verdrehten Autorenbiografie, als dürfte es bloß keine Sekunde langweilen. Bestens unterhalten wird man hier auf jeden Fall, denn ein Gag jagt den andern und selbst zwischen den Kapiteln streut Marc-Uwe Kling noch Werbeanzeigen (inklusive Rezensionen) und Podcasts aus seiner fiktiven Welt ein, die das Geschehen kommentieren.Die Handlung wird lose durch einige schon aus dem ersten Band bekannten Figuren zusammengehalten und ist eigentlich eher ein Nebenprodukt des sprühenden Ideenfeuerwerks. Das satirische Potenzial entfaltet sich in Verweisen auf Massenkonsum, Optimierungswahn und übermächtige Algorithmen, während die Menschen eher Datenfutter für die Maschinen sind und ihre Menschlichkeit langsam verlieren. Über allem liegt der ironisch-kumpelig gefärbte "Du weißt schon, was gemeint ist"-Tonfall, der Klings Büchern seit Känguru-Band 1 zu eigen ist.Allerdings wird man es irgendwann leid. Und so viele Ideen hier auch auf die dicht gefüllten Seiten gepackt wurden - allzu viel Neues ist nicht dabei. "Qualityland" war originell, der zweite Teil teilt den Fluch jeder Fortsetzung, nämlich ohne starke Ideen nur grundsolide Unterhaltung zu liefern. Knappe Sätze, gefällig zu lesen, Minimum ein Lacher pro Absatz. Es ist das gleiche alte Konzept für die gleiche Zielgruppe. Fanservice für Kling-Jünger, literarisch geht's besser.Viele gute Aussagen stecken in diesem Buch, die man allerdings im ersten Band schon deutlich genug gehört hat. Diese Fortsetzung war unnötig, auch wenn Kikis Suche nach ihrer Herkunft die Handlung eine Weile vorantreibt. Schon in einem der ersten Känguru-Bücher gab das Alter Ego des Autors ironisch zu, mit kapitalismuskritischen Bücher viel Geld verdienen zu wollen. Mittlerweile scheint das kein Witz mehr zu sein.